Montag, 12. November 2018

The Las Vegas Elvis Revival Show feiert den "King" und das 10-jährige Bühnenjubiläum

„Are your ready for Rock’n’Roll?“

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Bob Down alias Elvis lebt und liebt die Musik des King, ehrt und spielt ihn. Tolle Vorstellung.

 

 

Weinheim/Hemsbach/Rhein-Neckar, 26. November 2012. (red/aw) Der „King“ lebt – in den Herzen seiner Fans und für ein paar Stunden am Freitagabend auch auf der Bühne der Stadthalle. Die „größte Elvis-Show Europas“ feierte ihr zehnjähriges Bühnenjubiläum und ließ den Glanz von Las Vegas in Weinheim strahlen.

Von Alexandra Weichbrodt

Freitagabend, kurz nach 20 Uhr. Licht aus. Spot an. Zu den Klängen von Richards Strauss’„Also sprach Zarathustra“ beginnt die Show. Die Luft knistert. Etwa 700 Zuschauer sind gekommen, um ihn zu sehen: Elvis.

Im legendären weißen Las Vegas-Outfit des King of Rock’n’roll betritt der „King“ alias Bob Dawn die Bühne und legt gleich voll los. Unterstützt von 16 Musikern liefert er eine zweieinhalbstündige Show, die in Sachen Revival-Shows wohl ihresgleichen sucht.

Bob Dawn gibt all die weltbekannten, oft gehörten und dennoch nicht langweilig werdenden Hits zum Besten. Spätestens ab dem vierten Song des Abends, „In the Ghetto“ ist das Publikum im Elvis-Glücksgefühl-Rausch.

Entertainment pur

Mit einer Menge Charme schafft es Bob Dawn alias Elvis die Herzen der Damen heute wie damals schmelzen zu lassen. So dauert es auch nicht lange, bis er die ersten Blumen und Küsschen von verzückten Anhängerinnen erhält.

Es ist die fast perfekte Illusion in Glitzerpailetten. Würde man es nicht besser wissen, könnte die Show beinahe als Original durchgehen. Bei geschlossenen Augen, ist ein Unterschied zum Original kaum hörbar, wenn auch das Vibrato des echten Elvis unterreicht bleibt und Bob Dawn eine tolle Stimme hat, aber nicht ganz die Höhen von Elvis erreicht. Doch auch mit offenen Augen, bleibt die Faszination.

Es geht nicht um Imitation, sondern um das Gefühl, die Show, den Moment.

 

Mit vernuscheltem Südstaatenakzent begrüßt er das Publikum:

If you want to sing, dance or clap your hands – feel free to do it.

Ein paar wenige Zuschauer tun das auch. Sie tanzen verliebt an den Seiten der Stuhlreihen oder legen bei schnellen Nummern einen „Twist“ aufs Parkett. Ansonsten ist die Stimmung gut, aber nicht überschwänglich. Was vielleicht an der Bestuhlung liegt und an der breit gefächerten Altersklasse der Besucher.

Elvis spricht eben alle Generationen an. Hier feiern die, die den echten Elvis noch live gesehen haben könnten, ebenso wie jene, die Elvis nur noch als die Legende kennen.

Elvis’ Musik ist zeitlos

Bob Dawn schafft es mit seinem Bariton die Zuschauer in seinen Bann zu ziehen. Seine Stimme ist beeindruckend. Egal, ob bei ruhigen Nummern, wie „Are you lonesome tonight“, bei schnelleren Rockabilly-Stücken, wie „Blue suede shoes“ oder dem gefühlvollem Gospel-Titel „Peace in the valley“: Bob Dawn ist auf den Punkt. Eine Kunst, die nicht viele Imitatoren beherrschen. Und er wirkt dabei wirklich authentisch.

Vielleicht auch, weil er sich selbst nicht ganz so ernst nimmt. Dawn kokettiert seine Rolle als Elvis und das macht ihn wirklich sympathisch. Er spielt mit dem Publikum, geht auf immer wieder auf Zwischenrufe ein und amüsiert sich über „Äppelwoi“.

Der „King“ auf der Bühne überzeugt die Fans nicht zuletzt durch seine, bis in die Fingerspitzen authentischen Bewegungen. Inklusive dem berühmten laszivem Hüftschwung, dem spitzbübischen Augenzwinkern und dem verführerischem Lächeln ins Publikum.

Hommage an den King

Wie das Original umgibt sich auch Bob Dawn mit hervorragenden Musikern. Die Bühne der Stadthalle wirkt fast zu klein für dieses Ensemble von 16 Musiker mit all ihren Instrumenten. Das Arrangement der Titel ist nahezu identisch mit dem Original. Der Kontrabass und das Piano kriegen ebenso ihren großen Auftritt, wie die vier Bläser und vier Streicher sowie die entzückenden drei Back-Vocals.

Bezaubernde Backvocals.

 

Die Jubiläumsshow kann sich sowohl auf musikalischer Ebene als auch im Bereich der Unterhaltung sehen lassen. So ein klein bisschen Vegas-Feeling kommt schon auf. Auch, wenn die Stadthallen-Aura das nicht grade erwarten lässt.

Bob Dawn schafft es trotzdem die Zuschauer mitzunehmen auf eine Zeitreise zurück ins wilde Jahr 1969. Damals in Las Vegas wurde Elvis endgültig zum King. Nach seiner sensationellen Show am 31. Juli 1969 im neu eröffneten International-Hotel war Elvis Presley auf dem Zenit seiner Karriere. Diese Shows in der Glitzerstadt gingen in die Musikgeschichte ein.

Nach einem Abend wie diesem, kann man vielleicht nicht sagen, man sei damals dabei gewesen. Das Gefühl und die Energie, die von einer solchen Rock’n’Roll-Ikone ausgeht, war aber deutlich zu spüren. Die Zuschauer waren begeistert. Zum großen Finale gab es Standing Ovations und einen Background-Chor vom Publikum zu „Suspicious minds“.

Diese „Las Vegas Elvis Revival Show“ ist eben nicht umsonst die erfolgreichste in Europa. Die Hemsbacher Robert Führer, Felix Wiegand and Martin Führer haben drei Jahre an der Show gearbeitet – 2002 startete die Hommage an den King und jeder in der tollen Band darf sich wie das Publikum über die tolle Show freuen. Genauso wie das Publikum.

Rosen, Lächeln, Küsschen. Das (weibliche) Publikum liebt „Elvis“.

 

Unsere Fotostrecke mit 70 Bildern finden Sie auf dem Weinheimblog.de. Viel Spaß damit. 🙂

Über Hardy Prothmann

Hardy Prothmann (50) ist seit 1991 freier Journalist und Chefredakteur von Rheinneckarblog.de. Er ist Gründungsmitglied von Netzwerk Recherche. Er schreibt am liebsten Porträts und Reportagen oder macht investigative Stücke.