Montag, 16. Juli 2018

Standort beim Krankenhaus

Ab 2014 leben 200 Asylbewerber in Weinheim

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Begegnung zwischen Bev├Âlkerung und Asylsuchenden beim Asylcaf├ę in Ladenburg.

 

Weinheim/Rhein-Neckar, 29. November 2013. (red) Weinheim wird im kommenden Jahr rund 200 Asylbewerber aufnehmen. Geplant ist nach unseren Informationen die Unterbringung im Umfeld des Krankenhauses. Am kommenden Dienstag informieren Landrat Stefan Dallinger (CDU) und Oberb├╝rgermeister Heiner Bernhard (SPD) ├╝ber die Pl├Ąne.

Durch die dramatische Lage in Syrien, dem Krieg in Afghanistan und lebensgef├Ąhrlichen Zust├Ąnden in Tschetschenien kommen mehr Fl├╝chtlinge ins Land als die zust├Ąndigen Beh├Ârden vor Ort erwartet haben.

Daraus entsteht ein dringender Bedarf an Wohnraum f├╝r Asylbewerber. In Ladenburg wurde zum Beispiel ├╝bergangsweise die alte Martinsschule f├╝r 180 Asylbewerber aus diesen und anderen L├Ąndern umgenutzt. Die Asylbewerber verlassen Ladenburg Ende des Jahres und sollen dann in Schwetzingen auf den Konversionsfl├Ąchen in Containern untergebracht werden.

Nach unseren Informationen ist ein Weinheim hingegen ein Neubau im Gespr├Ąch – billiger Wohnraum in „Container-Bauweise“. Gesicherte Informationen gibt es erst beim Pressegespr├Ąch. Der Landkreis ist verpflichtet, gewisse Kontingente aufzunehmen, die vom Regierungspr├Ąsidium in Karlsruhe zugewiesen werden. Im Sommer zeigte sich Landrat Dallinger „├╝berrascht“ von der hohen Zahl – das allerdings ist erstaunlich, da die ├╝bergeordneten Beh├Ârden st├Ąndig informieren und somit bereits seit Jahresende klar war, dass die Zahlen steigen.

Viele Aufgaben zu l├Âsen

In Ladenburg hatte die NPD unmittelbar nach dem Einzug der ersten Asylbewerber eine Demonstration unter Leitung des Weinheimer Kreisverbandsvorsitzenden Jan Jaeschke veranstaltet, nach der es auch zu einzelnen Handgreiflichkeit der Rechtsextremen gegen├╝ber Gegendemonstranten gekommen ist. Seither ist die Lage aber ruhig in Ladenburg, wo Privatleute und Kirchen Begegnungstreffen veranstalten. Auch aus polizeilicher Sicht gibt es keine nennenswerten Vorf├Ąlle in Zusammenhang mit den Fl├╝chtlingen. Die Mehrzahl sind Familien mit mehreren Kindern, die in Ladenburg in einer Sprachf├Ârderklasse beschult werden. Auch hier wird die Stadt eine L├Âsung f├╝r die Kinder finden m├╝ssen, da selbstverst├Ąndlich auch f├╝r sie Schulpflicht besteht. (Lesen Sie hier die bewegenden Schilderungen von Afghanen und Tschetschenen ├╝ber die Gr├╝nde ihrer Flucht.)

Die zentrale Unterbringung von Asylbewerbern wird immer wieder von Hilfsvereinigungen kritisiert. Dadurch entstehe Unruhe in der Bev├Âlkerung und die Integration falle schwerer, als wenn man die Fl├╝chtlinge in normalen Wohnungen verteilt unterbringt. Durch die Enge, die Sprachprobleme und kulturellen Unterschiede zwischen den Menschen aus verschiedenen L├Ąndern kann f├╝r Vorf├Ąlle unter den Asylbewerbern verantwortlich gemacht werden. Insbesondere dann, wenn ├╝berwiegend M├Ąnner zusammen wohnen m├╝ssen. Bei untergebrachten Familien sind „Handgreiflichkeiten“ eher selten.

Die Stadt wird auch die enorm wichtige Aufgabe der Information bew├Ąltigen m├╝ssen. Gegen├╝ber Asylbewerbern gibt es leider immer wieder Vorbehalte und Ablehnung bis hin zur Angst – dabei gibt es deutschlandweit keine nachgewiesenen Anstiege von Straftaten im Zusammenhang mit Asylsuchenden. Unsere Redaktion hat bei der Betrachtung der Bundestagswahlergebnisse festgestellt, dass vor allem in Orten, die Asylbewerber aufgenommen werden, die NPD mehr Stimmen erhalten konnte.

├ťber Hardy Prothmann

Hardy Prothmann (50) ist seit 1991 freier Journalist und Chefredakteur von Rheinneckarblog.de. Er ist Gr├╝ndungsmitglied von Netzwerk Recherche. Er schreibt am liebsten Portr├Ąts und Reportagen oder macht investigative St├╝cke.