Dienstag, 17. Oktober 2017

„Bei Bodenfrost wäre das alles kein Problem“

Zustand mancher Wege im Hemsbacher Wald löst Unmut aus

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Hemsbach, 06. Februar 2014. (red/pm) Bei einigen Spaziergängern und Wanderern sorgt der Zustand einiger Waldwege derzeit für Unmut: Durch das nasse, aber warme Wetter verwandeln sich die Wege in Schlamm- und Matschfallen.

Information der Stadt Hemsbach:

„Weit und breit von ihm keine Spur: Der Winter hat sich in unseren Breitengraden während der letzten Wochen und Monate nicht wirklich blicken lassen. Stattdessen ist es für die Jahreszeit zu warm und zu nass, was Flora und Fauna gehörig durcheinanderwirbelt. Unmittelbare Folgen hat dies auch für den Forstbetrieb, der sich bei seinen derzeitigen Holzpflegemaßnahmen mit sehr widrigen Umständen plagt.

„Wenn große Hiebe mit schwerem Gerät nötig sind, warten wir in der Regel ab, ob Regen zu erwarten ist“, erklärt Revierförster Philipp Lambert. „Wenn die Holzhauerei allerdings im Gange ist und es dann zu regnen beginnt, werden die Arbeiten sehr beschwerlich.“ Dass es im Grunde bereits seit September letzten Jahres viel zu nass ist, habe die Sache nicht einfacher gemacht.

Da bleibt es nicht aus, dass der matschige Abtrag der Böden durch die Fuhrwerke auch auf den Waldwegen landet – die ihrerseits ebenfalls aufgeweicht sind, wodurch ihr ohnehin nicht allerbester Zustand einmal mehr leidet.

Schlamm statt Schnee

Die Wege durch den Hemsbacher Wald, der im Zuständigkeitsbereich von Lambert liegt, sind davon nicht ausgenommen, was selbstredend nicht immer zur Freude der Spaziergänger und Wanderer ist, die sich – anstatt auf festem, gefrorenem Boden durch einen schneebedeckten Märchenwald zu flanieren – zusehends durch Schlamm und Matsch kämpfen müssen.

Abgesehen davon, dass Waldbesuchern in diesen Tagen grundsätzlich festes und wasserdichtes Schuhwerk auch auf intakten Wegen empfohlen sei, ist im Hemsbacher Forst derzeit nur ein Weg betroffen, nämlich der Geiersbergweg. In nächster Zeit werden zwar noch der Postwiesen- und der Brücklisweg stark durch Holztransporte beansprucht. Bereiche jedoch, in denen Erntemaßnahmen durchgeführt werden, würden ohnehin abgesperrt, um Wanderlustige zu schützen, so Lambert.

Würde der Winter seinem Namen Ehre machen und demzufolge auch Bodenfrost herrschen, gäbe es die Probleme übrigens nicht, betont er: Die Waldarbeiter hätten es etwas leichter, die Spaziergänger schöner. Und warum nicht auf trockenere Witterung warten? „Wir sind mit der Holzernte an die vegetationslose Zeit, also an das Winterhalbjahr gebunden. Bis zum Austrieb im April müssen die Maßnahmen abgeschlossen sein“, erklärt der Revierförster.

Besserung in Sicht

Wenn der Holzeinschlag beendet ist, würden auch die Wege wiederhergestellt, sprich: der Schlamm beseitigt und die Furchen und Löcher per Grader glattgezogen, versichert er, gibt aber auch grundsätzlich zu bedenken, dass die Forstwirtschaft vielfältige Ansprüche vereinen muss: „Zweifellos hat unser Wald Erholungsfunktion. Doch ebenso spielen ökonomische Faktoren eine Rolle, weshalb die Waldwege auch für den Forstbetrieb ausgelegt sind.“

Und um einen ganz wichtigen Aspekt nicht zu vergessen: „Wir bewirtschaften unseren Wald nachhaltig, so dass der Wertstoff Holz auch zukünftigen Generationen noch in diesem Maße und dieser Qualität zur Verfügung steht.“ Dass dies nicht immer mit makellosen Waldwegen zusammengeht, dürfte auf der Hand liegen.“

Über Alina Eisenhardt

Alina Eisenhardt (23) ist seit 2012 freie Mitarbeiterin bei uns, macht Redaktion, schreibt Texte und ist für "Unsere Metropolregion - Newsletter" verantwortlich. Sie studiert Psychologie.