Sonntag, 24. September 2017

Auf Wunsch des Gemeinderats

Berliner Straße: Mittelinsel als „Tempobremse“

Print Friendly, PDF & Email

Hemsbach, 03. März 2014. (red/pm) In der Berliner Straße wird die Geschwindigkeitsbegrenzung häufig ignoriert – das soll sich nun ändern. Eine Mittelinsel wird das Tempo zukünftig drosseln.

02feb_Mittelinsel Berliner Straße

Wird die Mittelinsel in der Berliner Straße den Verkehr beruhigen? Foto: Stadt Hemsbach

Information der Stadt Hemsbach:
„Wie bewegt man Autofahrer dazu, Geschwindigkeitsbegrenzungen einzuhalten und rücksichtsvoll auf andere Verkehrsteilnehmer zu achten? Klar sein dürfte: Die ideale Lösung gibt es nicht. Die Stadt Hemsbach kann davon ein Lied singen, vor allem mit Blick auf die Berliner Straße.

Nach der Eröffnung des neuen Fachmarktzentrums im vergangenen Jahr nahm der Verkehr dort nicht nur zu, er wurde auch schneller: Sehr viele Autofahrer überschritten das vorgeschriebene Tempo von maximal 30 Stundenkilometern.

Nach einer Verkehrstagefahrt mit dem Straßenverkehrsamt versuchte die Stadtverwaltung, diesem Problem mit sogenannten Verschwenkungen Herr zu werden: Im September 2013 wurden auf beiden Straßenseiten nahe den Ein- bzw. Ausfahrten zum Fachmarktzentrum mehrere Meter gegeneinander versetzte Hindernisse installiert, um die Fahrbahn zu verengen und damit Tempo aus dem Verkehr herauszunehmen.

Die Verschwenkungen mussten weg

Diese Maßnahme stieß im Gemeinderat allerdings auf Kritik: Zu wenig Platz für aneinander vorbeifahrende Pkw, weshalb stets ein Fahrzeug anhalten müsse, was zu Rückstaus führe, wurde moniert. Darüber hinaus würde es für Radfahrer – oft Schüler, denn die Berliner Straße ist ein Schulweg – gefährlich, wenn diese den Hindernissen in den Fahrbereich ausweichen müssten.

Die Stadtverwaltung reagierte jetzt, entfernte die Verschwenkungen und montierte statt derer kurz vor der Einfahrt zur Lindenstraße eine Mittelinsel. Für die Radfahrer gestaltet sich die Situation nun sicherer, denn als Autofahrer muss man ihnen – wenigstens an dieser Stelle – hinterherfahren.

Gute Dienste leistet die Mittelinsel auch für Fußgänger, die zwecks Einkauf die Straße überqueren müssen und dies jetzt sozusagen „in zwei Etappen“ tun können. Zuvor war es ein eher schwieriges Unterfangen, bei fließendem Verkehr über die Straße zu gelangen. Für einen Zebrastreifen übrigens, erklärt Ordnungsamtsleiter Bernd Jung, reichten die Querungszahlen bei weitem nicht aus.

Ziel noch nicht erreicht

Ein, wenn nicht gar das wichtigste Ziel sehen allerdings weder er noch Bürgermeister Jürgen Kirchner erreicht – oder besser noch nicht, nämlich langsameres Fahren. Im Gegenteil: „Es wird jetzt weniger abgebremst“, nimmt der Rathauschef vor Ort die Situation in Augenschein.

Und wird auch gleich von einer Anwohnerin bestätigt: „Die fahren jetzt alle wieder zu schnell, und manchmal sogar über den Gehweg.“ – Die reine Fahrrinne ist drei Meter breit, das wird für einen Lkw schon ein bisschen knapp. Auf der Westseite der Straße an der Ausfahrt der Lindenstraße wirkt eine durchgezogene weiße Linie wenigstens als optische Bremse.

Gewohnheiten verändern sich langsam

Weiße Linien – auch wenn sie längst geschwärzt sind – bleiben offenbar lange im Gedächtnis. In diesem Fall der ehemals in der Berliner Straße markierte Radweg. Nur so ist zu erklären, dass kaum ein Fahrzeug am Straßenrand parkt.

Das aber ist jetzt erlaubt und könnte sozusagen als „Nebeneffekt“ das Tempo aus dem Verkehr nehmen. Es ist wie so oft: Gewohnheiten verändern sich langsam. „Deshalb gilt es abzuwarten, wie sich das Ganze einspielt. Ich bin zuversichtlich“, sagt Kirchner. Und wird nicht müde, immer wieder zu betonen: „Es handelt sich hier um eine 30er-Zone. Würde sich jeder an die Geschwindigkeitsbegrenzung halten, hätten wir diese Probleme nicht.““

Über Alina Eisenhardt

Alina Eisenhardt (23) ist seit 2012 freie Mitarbeiterin bei uns, macht Redaktion, schreibt Texte und ist für "Unsere Metropolregion - Newsletter" verantwortlich. Sie studiert Psychologie.