Sonntag, 24. September 2017

Fahreignungsregister l├Âst Verkehrszentralregister ab

Punkte, die keiner will, werden neu geregelt

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Mannheim, 22. April 2014. (red/csk) Am 01. Mai 2014 wird aus dem Verkehrszentralregister das Fahreignungsregister (FAER). Aus Ordnungswidrigkeiten werden dann schwere Verst├Âsse. Und der hei├čgeliebte F├╝hrerschein ist schon mit 8 Punkten in der ungeliebten Flensburger Kartei weg. Bisher durfte der Autofahrer 18 Punkte sammeln. Es ├Ąndert sich also einiges im Rahmen der Neustrukturierung bez├╝glich der Verst├Â├če im Stra├čenverkehr.

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Von Christina Sch├Ąfer-Kristof

8 Punkte ist nicht viel – auf den ersten Blick. Allerdings gibt es f├╝r Verkehrsstraftaten auch h├Âchstens noch 3 Punkte pro Delikt und nicht wie bisher bis zu 7. Und: Es gibt Verst├Âsse, die bis dato mit einem Punkteeintrag geahndet wurden, die nach der neuen Regelung nur noch ein Bu├čgeld nach sich ziehen.

Schwerer Verstoss oder Straftat

Die neue Regelung beschr├Ąnkt sich in Zukunft auf drei Tatbest├Ąnde: Schwerer Versto├č, besonders schwerer Versto├č, Straftat. Je nach Kategorie werden 1, 2 oder 3 Punkte f├Ąllig. Das bisherige System unterschied bei der Punktevergabe wesentlich differenzierter. Je nach Grad der bisherigen Ordnungswidrigkeit wurden dem Konto zwischen 1 und 4 Punkten „gutgeschrieben“. Bei einer Straftat sammelte der Verkehrteilnehmer zwischen 3 und 7 Punkten. Das neue System ist damit wesentlich ├╝bersichtlicher.
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Bu├čgeld, Punkt oder beides?

Mit der Neuordnung des FAER werden teilweise Verst├Â├če, die zuvor mit Bu├čgeld und Punkteintragung geahndet wurden, nur noch mit einem Bu├čgeld belegt. Das f├Ąllt dann aber oftmals h├Âher aus. Betroffen sind dabei Vergehen, die keinen Einluss auf die Verkehrssicherheit haben. So wird etwa das fehlende KFZ-Kennzeichen nicht mehr mit einem Punkt bestraft – daf├╝r mit 60 Euro Bu├čgeld (bisher 20 Euro).

Dar├╝ber hinaus werden etliche Bu├čgelder hochgesetzt. So werden Verkehrsteilnehmer bei Nutzung des Mobiltelefons bei laufendem Motor ohne Freisprecheinrichtung nicht mehr mit 40 Euro, sondern mit 60 Euro zur Kasse gebeten. Punktesammeln kann derjenige, der auch in Zukunft die rote Ampel lediglich als „gut gemeinten Ratschlag“ ansieht. Immerhin bleibt dabei das Bu├čgeld (zwischen 90 und 360 Euro) gleich.

Verj├Ąhrung jetzt mit starren Fristen

Besonders punktetr├Ąchtige Verkehrsteilnehmer haben es in Zukunft schwerer, ihr Konto zu minimieren. Es gelten starre Verj├Ąhrungsfristen – allerdings entf├Ąllt die sogenannte Tilgungshemmung. Das heisst, jeder Strafbestand verf├Ąllt einzeln und wird nicht mehr durch einen weiteren Tatbestand gleicher Art beeinflusst. Die Fristen sind ab dem 01. Mai 2014 meist wesentlich l├Ąnger. So werden schwere Verst├Â├če zuk├╝nftig erst nach 2,5 Jahren aus dem Konto getilgt. Bisher waren es 2 Jahre. Besonders schwere Verst├Â├če werden nicht mehr nach 2, sondern erst nach 5 Jahren gel├Âscht. Bei einer Straftat ohne Entziehung der Fahrerlaubnis bleiben die Punkte 10 Jahre im Register gespeichert (bisher 5 bis 10 Jahre).

Der freiwillige Besuch eines Fahreignungsseminars hilft nur bedingt beim Abbau des Punktekontos. Bei einem Stand von 1 bis 5 Punkten kann man immerhin einmal in 5 Jahren das Konto um einen Punkt verringern. Ist der Punktestand hingegen schon sehr propper (6 bis 7 Punkte), kann man das Seminar zwar auch besuchen – allerdings ohne Punktabzug.

Umrechnung des alten auf den neuen „Kontostand“

Die derzeit eingetragenen Punkte im Verkehrszentralregister werden wie folgt auf das FAER ├╝bertragen:
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├ťber Hardy Prothmann

Hardy Prothmann (50) ist seit 1991 freier Journalist und Chefredakteur von Rheinneckarblog.de. Er ist Gr├╝ndungsmitglied von Netzwerk Recherche. Er schreibt am liebsten Portr├Ąts und Reportagen oder macht investigative St├╝cke.