Samstag, 23. September 2017

Blütenwegwanderum am 11. Mai

Wachsendes Engagement für das Juwel Vorgebirge

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Hemsbach, 30. April 2014. (red/pm) Dank der ISEK-Projektgruppe Landschaft und Vorgebirge ist die ursprüngliche Kulturlandschaft des Hemsbacher Vorgebirges wieder zum Vorschein gekommen. Im Rahmen des 54. Wein- und Blütenfestes findet am Sonntag, 11. Mai, eine Blütenwegwanderung statt.

Pavillon , Bluehende Bergstrasse, ISEK

Ein erster Pavillon am Berlingweg. Foto: Stadt Hemsbach

Information der Stadt Hemsbach:

„Könnte der Blütenweg sich selbst bewandern, hätte er derzeit große Freude an sich und würde mit Stolz seinen Namen tragen. Wieder, müsste man hinzufügen, denn seit einigen Jahren war dem nicht so, im Gegenteil: Weite Teile der „Blühenden Bergstraße“ waren unter wild wachsendem Gestrüpp oder Wald verschwunden.

Dass in diesem Jahr vielerorts die ursprüngliche Kulturlandschaft des Hemsbacher Vorgebirges wieder zum Vorschein kommt, ist der ISEK-Projektgruppe Landschaft und Vorgebirge zu verdanken. In enger Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen der Stadtverwaltung und mit unglaublich viel Einsatzbereitschaft, Begeisterung, Elan und Spaß ist die Gruppe seit Monaten aktiv, um das Vorgebirge wieder zu einem naturlandschaftlichen und touristischen Aushängeschild zu machen.

Wer möchte, kann sich nun selbst ein Bild davon machen am Sonntag, 11. Mai. Dann nämlich laden die Projektgruppe und die Stadtverwaltung alle Interessierten und Gäste ein zu einer Wanderung auf dem südlich gelegenen Abschnitt des Blütenwegs.

Vorzeigestrecke

Es ist sozusagen die „Vorzeigestrecke“ der Hemsbacher Projektgruppe, die hervorgegangen ist aus der ISEK-Bürgerwerkstatt „Landschaft, Umwelt, Energie“. ISEK steht für das Integrierte Städtische Entwicklungskonzept, das im vergangenen Jahr mit breiter Bürgerbeteiligung erarbeitet wurde und nun mit verschiedenen Pilotmaßnahmen in seine Umsetzungsphase gestartet ist.

Auch in diesen „praktischen Teilen“ setzt die Stadtverwaltung auf das Engagement und die Kompetenzen der Bürgerschaft: „Wir möchten zeigen, dass es möglich ist, selbst etwas zu tun. Und wenn erste Ergebnisse und Erfolge zu sehen sind, finden sich vielleicht viele weitere Unterstützer, die aktiv mitwirken, um Hemsbach noch attraktiver zu machen“, so Bürgermeister Jürgen Kirchner.

Neuer Wegverlauf

Ergebnisse und Erfolge hat die Projektgruppe Landschaft und Vorgebirge, derzeit 18 Mitglieder stark, in jedem Fall vorzuweisen: In etlichen Begehungen wurde, beginnend im Norden an der Laudenbacher Grenze, eine akribische Kartierung der nicht genutzten – um nicht zu sagen verwilderten – Grundstücke am Wegverlauf des Blütenwegs durch Hemsbacher Gemarkung vorgenommen.

Der Wegverlauf insgesamt unterscheidet sich übrigens von dem des „alten“ Blütenwegs: Die neue Strecke führt im Sinne von mehr Naturnähe über die Flanke des Vorgebirges durch offenes Gelände statt nah an den Ortschaften vorbei oder durch diese hindurch. Der konkrete Verlauf beginnt an der Laudenbacher Kirchstraße, wo der Blütenweg vom Burgenweg, für den derzeit die Zertifizierung ansteht, abzweigt.

Er führt weiter über die Bergstraßenhügel bis nach Dossenheim. Dort werden die beiden Wanderwege dann wieder zusammengeführt. Allerdings wird es auch auf dieser getrennten Streckenführung Berührungspunkte und Verbindungsstellen zwischen Burgen- und neuem Blütenweg geben.

Unterstützung

Mit der Kartierung war die Arbeit aber noch nicht abgeschlossen, im Gegenteil: Sie fing erst an. In den Herbst- und Wintermonaten unternahm die Gruppe mehrere Freischneide-Aktionen, um Wege und Landschaft offen zu halten.

Und erhielt unverhofft weitere Unterstützung: Dank einer 10.000-Euro-Spende der Stiftung Obst- und Gemüseabsatzgenossenschaft Weinheim-Bergstraße konnten Anfang des Jahres durch den Einsatz von Fachfirmen insgesamt 2,1 Kilometer Wegstrecke passierbar und die dort anliegenden Grundstücke wieder zugänglich gemacht werden. Konkret handelt es sich hierbei um den Eppenweg, den Berlingweg und den Hartmußweg, sozusagen Hauptschlagadern des Vorgebirges.

Pflegemaßnahmen

Für Problembereiche erarbeitet die Gruppe zusammen mit der Stadtverwaltung mögliche Nutzungskonzepte. Um im Privatbesitz befindliche brachliegende Grundstücke wieder in die Bewirtschaftung zu bringen, schrieb die Stadtverwaltung erste Eigentümer an. Und dies mit einer beeindruckenden Resonanz: „Fast alle Eigentümer haben auf das Anschreiben reagiert und zugesichert, selbst Erstpflegemaßnahmen zu ergreifen, oder sich bereit erklärt, diese in die Hände der Stadt zu geben“, freuen sich Projektgruppensprecher Gerhard Röhner und Thomas Wetzel vom Bauamt der Stadt.

Im Herbst – derzeit sind nur kleinere Pflegemaßnahmen zulässig – wird die Stadt mit diesen Bewirtschaftungsmaßnahmen beginnen. Die konkreten Pflegemaßnahmen sind abhängig unter anderem vom Zustand und der Lage des Grundstücks. Sie reichen vom Mähen über die Beweidung bis hin zur Pflanzung von Kirschbäumen im Sinne einer „blühenden Bergstraße“.

Pavillon aufgestellt

In der Zwischenzeit legt aber niemand die Hände in den Schoß. Vielmehr werden weitere Ideen und Vorhaben in die Tat umgesetzt, um die ökologische, touristische und wirtschaftliche Bedeutung des Vorgebirges weiter ins Bewusstsein zu rücken: Am Berlingweg wurde ein erster Pavillon aufgestellt – als Ruhe- und Rastplatz, zum Schutz bei Regen, aber auch als Aussichtspunkt, um die Reize, welche die hiesige Naturlandschaft bietet, dem Betrachter eindrücklich vor Augen zu führen.

Bänke und Sitzgruppen entlang der Wegstrecke werden folgen und damit den Blütenweg weiter aufwerten. Der Hemsbacher Blütenweg wird in seinem südlichen Teil ab dem Mühlweg zum Wein- und Blütenfest provisorisch gekennzeichnet und mit 13 Informationstafeln versehen, die auf die Besonderheiten der Landschaft und ihrer Flora und Fauna hinweisen.

Mit der Blütenwegwanderung am 11. Mai – die natürlich nicht zufällig mit dem Wein- und Blütenfest verbunden wird – erhoffen sich die Projektgruppe und die Stadtverwaltung einen weiteren Motivationsschub, nicht nur für das eigene Tun. Vielmehr gilt es, noch mehr, vor allem junge Menschen dazu zu bewegen, sich mit Ideen und Tatkraft für das landschaftliche Juwel Vorgebirge zu engagieren.

Info: Blütenwegwanderung am Sonntag, 11. Mai. Treffpunkt ist um 10 Uhr am Festzelt des Verkehrsvereins auf dem Rathausplatz. Die Wanderstrecke ist etwa 2,5 Kilometer lang. Festes Schuhwerk wird empfohlen. Am neuen Pavillon wird eine kleine Erfrischung gereicht. Der Weg zurück führt wieder auf den Rathausplatz, wo im Festzelt des Verkehrsvereins dann das Mittagessen eingenommen werden kann.

Wer an der Mitarbeit in den Projektgruppen interessiert ist, kann sich gerne bei Thomas Wetzel von der Bauverwaltung, Telefon 06201/707-67, E-Mail: thomas.wetzel@hemsbach.de, melden. Auf der städtischen Homepage unter www.hemsbach.de/isek/webisek.html finden sich umfassende Informationen über den bisherigen ISEK-Prozess.“

Über Alina Eisenhardt

Alina Eisenhardt (23) ist seit 2012 freie Mitarbeiterin bei uns, macht Redaktion, schreibt Texte und ist für "Unsere Metropolregion - Newsletter" verantwortlich. Sie studiert Psychologie.