Dienstag, 17. Oktober 2017

Feuerwehr nicht f√ľr Beseitigung von Nestern zust√§ndig

Wen rufen wenn die Wespen drohen?

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Weinheim, 16. Juni 2014. (red/fw) Die Sonne brennt, die Temperaturen klettern √ľber 30 Grad: Ein Eis oder eine kalte Limo sollen Abk√ľhlung bringen. Doch pl√∂tzlich ist man umringt von ungebetenen G√§sten: Hornissen, Bienen, Hummeln und Wespen werden von zuckerhaltigen Speisen und Getr√§nken angezogen. Damit kommt man vielleicht noch klar. Was aber wenn sich der Insektenschwarm in Grundst√ľcksn√§he oder sogar den eigenen Vier W√§nden niederl√§sst?

Die Feuerwehr wird gerufen, wenn sich Insektenvölker niederlassen. Ihre Aufgabe ist es aber nicht. Foto: Feuerwehr Weinheim

Die Feuerwehr wird gerufen, wenn sich Insektenvölker niederlassen. Ihre Aufgabe ist es aber nicht. Foto: Feuerwehr Weinheim

Information der Feuerwehr Weinheim:

„Viele Menschen rufen in dieser Situation zun√§chst einmal die Feuerwehr an. Diese ist aber, solange keine akute Gef√§hrdung von Menschenleben besteht (z.B. Hornissennest im Kindergarten) nicht zust√§ndig. Dies betonte die Weinheimer Feuerwehr in einer k√ľrzlich erschienen Pressemitteilung, in der sie sich √ľber eine F√ľlle von Anrufern aus Weinheim und Umgebung zu diesem Thema beklagt.
Wer mit einem Wespennest im trauten Heim zu kämpfen hat, sollte sich viel eher an den örtlichen Schädlingsbekämpfer wenden, welcher leicht in den Gelben Seiten zu finden ist.
Dieser tötet die Insekten, entgegen der allgemeinen Vorstellung in den allermeisten Fällen nicht, sondern versucht vielmehr die Tiere in einen ungestörten Lebensraum umzusiedeln.
Nur wenn technische oder praktische Gr√ľnde die Umsiedlung unm√∂glich machen kommen doch nochmal die giftigen Gase zum Einsatz.
Wer Geld f√ľr die Sch√§dlingsbek√§mpfung sparen will und sich f√ľr Imstande h√§lt ein Nest selbst zu beseitigen sollte sich √ľber mehrere Aspekte im klaren sein;
Laut dem Naturschutzgesetz von Baden ‚Äď W√ľrttemberg gilt f√ľr alle Insektenarten der ‚ÄěAllgemeine Schutz wildlebender Tiere‚Äú laut dem es untersagt ist, sie mutwillig zu beunruhigen, bzw. sie ohne vern√ľnftigen Grund zu t√∂ten oder zu verletzen. Dar√ľber hinaus z√§hlen Hummeln, Hornissen und Bienenarten zu den ‚ÄěBesonders gesch√ľtzten Arten‚Äú, was bedeutet, dass neben der Spezies an sich auch Lebensraum, Entwicklungsformen, sowie Fortpflanzungs- und Ruhest√§tten gesetzlich gesch√ľtzt sind.
Sollte man Probleme mit eine besonders gesch√ľtzten Art haben, gilt es auf jeden Fall sich mit der regionalen Naturschutzbeh√∂rde abzusprechen. Die f√ľr Weinheim und Umgebung zust√§ndige Beh√∂rde ist die ‚ÄěUntere Naturschutzbeh√∂rde‚Äú in Sinsheim und ist erreichbar unter der Telefonnummer 07261/ 94 66 53 07
Wer es mit einer nicht besonders gesch√ľtzten Spezies zu tun hat, und sich entscheidet auf eigene Faust zu handeln sollte drei wesentliche Aspekte im Auge behalten;
1. Entscheidung: Wenn man es mit einer nicht besonders gefährdeten Spezies zu tun hat, liegt es an einem selbst zu entscheiden, ob eine Umsiedlung bzw. Beseitigung notwendig ist. Hierbei ist fachliche Beratung nicht verpflichtend, aber ratsam.
2. Verantwortung: Man muss die Entscheidung die man trifft nachvollziehbar begr√ľnden k√∂nnen und kann daf√ľr zur Verantwortung gezogen werden
3. Durchf√ľhrung: Wer keine Sch√§dlingsbek√§mpfung bezahlen will muss sich selbst um das Entfernen des Nestes k√ľmmern und bewusst sein √ľber m√∂gliche Gefahren wie Stiche, Panikreaktionen oder Stolpern

Was passiert jedoch wenn man trotz all der Vorsorge doch mal gestochen wird? Nun, in der in der Regel hat ein Wespen, Bienen- oder Hornissenstich keine ernsthaften Folgen. Zwar hat man 2-3 Tage unter Schmerzen bei der Einstichstelle zu leiden, bleibt jedoch von gesundheitlichen Schäden weitgehend verschont.
Ganz anders sieht das wiederum aus, bei den 5% der Menschen, die auf Wespen, Bienen- oder andere Insektenstiche allergisch reagieren. F√ľr diese bedeutet ein Stich eine lebensbedrohliche Gefahr, die von Hautausschl√§gen √ľber Atemnot bis hin zu einem akut lebensgef√§hrlichen allergischen Schockzustand alle m√∂glichen Folgen haben kann. Das Problem hierbei ist, das viele Allergiker gar nichts wissen von ihrem Problem, obwohl sich dies durch ein paar einfache medizinische Tests feststellen l√§sst.
Wer diese nie √ľber sich ergehen lassen hat, erf√§hrt von seiner Allergie wom√∂glich erst bei seinem erstem Stich.
Die Anfangssymptome f√ľr eine Allergie sind starke Schwellungen im Bereich der Eintrittsstelle, starker Juckreiz, R√∂tungen und Quaddelbildung am gesamten K√∂rper, sowie Schwellungen im Gesichts- und Halsbereich. Wer diese schon nach wenigen Sekunden auftretenden Symptome an sich feststellt sollte sich unverz√ľglich in √§rztliche Behandlung geben.
F√ľr besonders schwere Allergief√§lle gibt es immer noch die M√∂glichkeit der Hyposensibilisierung, bei der √ľber mehrere Jahre t√§glich ein geringe Dosis des Giftes gespritzt wird, die den Patienten auf Dauer Immun gegen das Insektengift macht.
Wer all diese Aspekte beachtet sollte seinen Sommer trotz der summenden Insekten genie√üen k√∂nnen, und wer nicht kann die WM ja immer noch in luftdicht verriegelten R√§umen schauen.“

√úber Lydia Dartsch

Lydia Dartsch (31) hat erfolgreich ihr Volontariat beim Rheinneckarblog.de absolviert und arbeitet nun als Redakteurin. Die studierte Politikwissenschaftlerin und Anglistin liebt Kino, spielt Gitarre und sportelt gerne.