Dienstag, 17. Oktober 2017

Verwaltung soll Beteiligungen durch Bahn und Rhein-Neckar-Kreis prüfen

Bahn-Unterführung zum Reitplatz wird geschlossen

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Hemsbach, 16. Juli 2014. (red/ld/ms) Wäre es nach den Plänen der Verwaltung gegangen, würden die Nutzer der Unterführung zwischen „Auf den Besenäckern“ und dem Reitplatz ab Ende des Jahres noch unter gerade gebauten Kreisstraße hindurch gehen können. Dann stünden sie vor einer Wand. Denn die anschließende Eisenbahnunterführung ist marode und eine Reparatur zu teuer.

Von Lydia Dartsch

Wappen Hemsbach2,5 Millionen Euro soll es kosten die Eisenbahnunterführung, die sich direkt an die Unterführung der Kreisstraße anschließt, die dort gerade parallel zu den Schienen gebaut wird. Eine Machbarkeitsstudie hatte drei Maßnahmenvarianten für die Unterführung ergeben. Jede von ihnen werde etwa 2,5 Millionen Euro kosten, hieß es in der Vorlage.

Die Bahn hatte bereits im Jahr 2009 auf bauliche Mängel an der 1845 gebauten Eisenbahnunterführung „Auf den Besenäckern“, westlich des Reitplatzes hingewiesen. Damals einigte man sich darauf, diese bis zur nächsten Inspektion geöffnet zu lassen. Im März dieses Jahres eine neue Nachricht der Bahn ins Rathaus: Die Mängel seien mittlerweile so groß, dass für ihre Sicherheit nicht mehr garantiert werden könne. Deshalb werde man die Unterführung zum Ende des Jahres schließen. Es sei denn, die Stadt sichere das Bauwerk – auf eigene Kosten.

„Man steht vor einer Wand“

Ursprünglich war die Unterführung nur ein sogenannter „Gewölbedurchlass“. Seit Mitte der 1970er Jahre wird dieser Durchlass als Fußweg genutzt. Zwischen der Stadt und der Deutschen Bahn gibt es keine Vertragsgrundlage und somit auch keine Verpflichtung für die Deutsche Bahn, sich um den Unterhalt des Durchlasses zu kümmern, heißt es in der Verwaltungsvorlage. Wegen der hohen Kosten für die bauliche Sicherung schlug die Verwaltung vor, den Durchgang zum Ende des Jahres zu schließen. Zwar sei die Verwaltung in Planungsgesprächen mit der Bahn über eine neue Unterführung. Wann die gebaut wird, sei aber nicht abzusehen, so die Vorlage.

Die bereits fertiggestellte Unterführung der Kreisstraße direkt daneben würde in der Zwischenzeit an einer Wand enden, statt auf der anderen Seite am Reitplatz, sagt Karl Engelsdorfer vom Bauamt auf Nachfrage. Diesem Beschlussvorschlag der Verwaltung wollten die Stadträte nicht ganz folgen, wenn sie auch Verständnis dafür zeigten: „Man nimmt Millionen in die Hand, um die Unterführung wieder zu schließen, wenn die Bahn einen neuen Übergang baut“, sagte Jürgen Ewald (SPD). „Wir brauchen diese Unterführung“, sagte Thomas Embach (GBL).

Ist die Kreisstraße schuld an den Schäden?

Auch CDU und Pro Hemsbach wollten an der Unterführung festhalten und machten sich auf die Suche nach der Ursache: Beim Bau der Unterführung der Kreisstraße sei Grundwasser abgepumpt worden, sagte Herbert Schwöbel (CDU). Die baulichen Mängel der Unterführung könnten darauf zurückzuführen sein, sagte er. Marlies Drißler (Pro Hemsbach) stimmte in die Mutmaßung mit ein. Die Verwaltung solle prüfen, in welchem Maß diese Bauarbeiten an den Schäden verantwortlich sind, und ob der Kreis bereit sei, sich an der Sicherung der Eisenbahnunterführung zu beteiligen.

Zum Schluss einigte sich der Gemeinderat darauf, der Schließung der Unterführung zwar zuzustimmen. Gleichzeitig wurde die Verwaltung damit beauftragt, bei der Bahn und dem Landkreis nachzufragen, ob und in welchem Rahmen diese sich an Instandsetzung der Unterführung beteiligen. Außerdem soll die Verwaltung prüfen, in welchem Maß der Bau der Kreisstraßenunterführung die Schäden an der Eisenbahnunterführung verursacht haben und ob sich dadurch Ausgleichsansprüche ergeben. Der Beschluss erfolgte einstimmig.

Über Lydia Dartsch

Lydia Dartsch (31) hat erfolgreich ihr Volontariat beim Rheinneckarblog.de absolviert und arbeitet nun als Redakteurin. Die studierte Politikwissenschaftlerin und Anglistin liebt Kino, spielt Gitarre und sportelt gerne.