Sonntag, 28. Oktober 2018

48 Jahre mit Herz, Engagement und Fachkompetenz im Dienst der Stadt

Stadtverwaltung Hemsbach verabschiedet Herbert Wind

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Hemsbach, 25. Juli 2014. (red/pm) Er gehört zu den Urgesteinen der Hemsbacher Verwaltung, hat Hemsbachs Geschichte und Geschicke mitbestimmt: Nach 48 Dienstjahren wurde Herbert Wind vergangene Woche im Kreis seiner Rathaus-Kolleginnen und -kollegen mit einer kleinen Feier in den Ruhestand verabschiedet.

0717_Verabschiedung Herr Wind

Herbert Wind geht nach 48 Jahren in den Ruhestand. Das Foto zeigt v.l. BM Kirchner, Herbert Wind und dessen Gattin Gisela. Foto: Stadt Hemsbach

Information der Stadt Hemsbach:

„Zu Gast waren auch Winds Wegbegleiter, die „Ehemaligen“ Heinz RĂ¶ĂŸling, Herbert Helly und JĂŒrgen Niklasch, sein nach Hans Michel „zweiter Chef“ Volker Pauli, BĂŒrgermeister Hermann Lenz sowie Winds Amtskollege Gerhard Nickel aus Laudenbach.

FĂŒr den PensionĂ€r in spe hatte BĂŒrgermeister JĂŒrgen Kirchner an diesem Nachmittag noch eine weitere Überraschung parat: Kabarettist Arnim Töpel gab zunĂ€chst musikalische Anregungen fĂŒr den zukĂŒnftigen Ruhestand und warf einen Blick zurĂŒck auf das Weltgeschehen 1966, dem Jahr, als Herbert Wind als 15-jĂ€hriger „Lehrbub“ in der Hemsbacher Verwaltung seinen Berufsweg begann.

Personalratsvorsitzender JĂŒrgen Reinhard ließ anschließend Stationen der beruflichen Laufbahn von Herbert Wind Revue passieren. Dessen Akribie, Gewissenhaftigkeit und Arbeitseifer schlugen sich frĂŒh nieder: „Schon bis zum Eintritt in den gehobenen Dienst 1973 fĂŒllt Ihr Werdegang eine ganze Seite“, bemerkte Reinhard.

„Wir hatten eigentlich damit gerechnet, 2016 im Rathaus ein 50-jĂ€hriges JubilĂ€um feiern zu können.“

1978 erfolgte die Verbeamtung auf Lebenszeit, 1986 die Beförderung zum Leiter des Liegenschaftsamts. Wind beendet sein Berufsleben als Stadtoberamtsrat und Leiter des Fachbereichs 1 Hauptverwaltung und Finanzen. „Wir hatten eigentlich damit gerechnet, 2016 im Rathaus ein 50-jĂ€hriges JubilĂ€um feiern zu können. Es wĂ€ren ja nur noch zwei Jahre gewesen“, schloss Reinhard. „Das sind 720 Tage“, hielt Wind ihm eine andere Zahl entgegen. Und eine Dienstzeit von 48 Jahren ist im Hemsbacher Rathaus bis dato ohnehin eher die Ausnahme.

BĂŒrgermeister JĂŒrgen Kirchner, dem RuhestĂ€ndler auch freundschaftlich verbunden, lobte den scheidenden Fachbereichsleiter als harten, aber immer fairen Verhandlungspartner und Ă€ußerst beschlagenen Fachmann in Sachen stĂ€dtische Kauf-, Miet- und PachtvertrĂ€ge. Er habe sich stets sachkundig sowie mit Herz und Engagement fĂŒr die Belange der Stadt eingesetzt: „Mit deiner Arbeit hast du dir große Anerkennung und Respekt erworben.“

FĂŒr die Stadt und das Rathaus sei er der richtige Mann am richtigen Ort gewesen. Er habe KollegialitĂ€t vorgelebt und BĂŒrgernĂ€he bereits praktiziert, als manche das Wort noch gar nicht kannten, geschweige denn seinen Inhalt.

In kritischen Situationen gelassen

Winds „ungeheures und detailliertes Fachwissen“, vor allem aber seine FĂ€higkeit, „in kritischen Situationen gelassen zu bleiben, Ruhe und Überblick zu bewahren, kritisch abzuwĂ€gen und dabei den Humor zu behalten“, wĂŒrden in Zukunft fehlen. „Mit dir geht eine Persönlichkeit. Mit dir geht ein Vorbild.“ Doch hinterlasse Wind einen bestens aufgestellten Fachbereich, sein „Change Management“ habe funktioniert. Im Namen des gesamten Rathausteams wĂŒnschte er Wind fĂŒr die Zukunft „nur das Beste.“

Mit einem sehr humorvollen Geschenk verabschiedete sich Tobias Schork im Namen der Mitarbeiter: Er ĂŒberreichte Herbert Wind eine (gefakte) Sonderausgabe der Zeitschrift „Der Steuerzahler“ mit dem Konterfei des PensionĂ€rs und satirischen Schlagzeilen auf der Titelseite.
Laudenbachs Rathauschef Lenz bescheinigte Wind, „immer ein Zahlenfuchs“ gewesen zu sein, und dankte fĂŒr die „Nachhilfe“ in diesem Bereich und die immer sehr gute interkommunale Zusammenarbeit.

Wind selbst erinnerte sich noch sehr gut an seine ersten Tage im Rathaus und seine Anfangsjahre. Nicht nur, dass Anzug und Krawatte damals Standard waren: „Ohne Schonfrist“ sei er gleich ins „kalte Wasser geworfen“ worden – als Protokollant der Gemeinderatssitzungen. In dieser Zeit mussten sich zwei Leute eine Schreibmaschine teilen. Eine „kleine Revolution“ sei die Rechenmaschine gewesen, ein GerĂ€t, teurer als das MonatssalĂ€r des BĂŒrgermeisters, das allerdings beim Divisionsvorgang zur „RĂŒttelmaschine“ wurde.

Der Hemsbacher Boom

Einige Anekdoten wusste der zukĂŒnftige PensionĂ€r noch zu erzĂ€hlen aus der Zeit, als Hemsbach einen wahren Boom erlebte und jĂ€hrlich um 600 bis 700 Einwohner wuchs. Dass er „die 50“ nicht „voll“ machen möchte, begrĂŒndete der 63-JĂ€hrige damit, dass er sich immer nach dem Tag gesehnt habe, an dem er sein eigener Herr sein wĂŒrde und frei ĂŒber seine Zeit und sein Tun verfĂŒgen könne.

Seinen Kolleginnen und Kollegen dankte er fĂŒr Geduld und Vertrauen – das er seinerseits zurĂŒckgab: „Macht so weiter, ihr seid auf einem guten Weg.“ Und eine passendere Begleitung in den Ruhestand als den Schlusssong von Arnim Töpel hĂ€tte sich Herbert Wind sicherlich nicht wĂŒnschen können: „Das GlĂŒck liegt knapp newa de Kapp. Ich muss doch nicht suchen, was ich eh schun hab“, heißt es dort im Refrain.“

Über Alina Eisenhardt

Alina Eisenhardt (23) ist seit 2012 freie Mitarbeiterin bei uns, macht Redaktion, schreibt Texte und ist fĂŒr "Unsere Metropolregion - Newsletter" verantwortlich. Sie studiert Psychologie.