Mittwoch, 22. November 2017

Planungsbüro stellt Abschlussbericht der Bürgerwerkstätten vor

Sportgelände könnte knapp 20 Millionen Euro kosten

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Hemsbach, 06. Oktober 2014. (red/ld) Mit der Neugestaltung des Sportgeländes hat die Stadt ein Projekt begonnen, das mehrere Millionen Euro kosten wird. Ein Teil davon ist der Bürgerpark mit dem Alla-Hopp-Gelände. Am Montag stellte Christian Eichler vom Planungsbüro Eichler und Schauss den Abschlussbericht vor.

 

So könnte das Gelände am Ende ohne die Hans-Michel-Halle aussehen. Foto: Eichler + Schauss

So könnte das Gelände am Ende ohne die Hans-Michel-Halle aussehen. Foto: Eichler + Schauss

 

Von Lydia Dartsch

Die Stadträte wanden sind angesichts der Kosten, die Planer Christian Eichler ihnen das Ergebnis der Planungen vorstellte. Zwischen 14,6 Millionen und 18,9 Millionen Euro wird es Kosten, das Sport- und Freizeitgelände an der Hüttenfelder Straße zu realisieren. Diese Summe kommt zu Stande, wenn man die Kosten der neun einzelnen Maßnahmen vom Spielpark über den Bürgerpark, das Gelände des SGH bis hin zum Bürger- und Vereinshaus addiert.

Der teuerste Posten könnte das Haus des Sports werden, dessen Planung in drei Module aufgeteilt ist. Mit einem Modul würde es 2,9 Millionen Euro kosten. Bei allen dreien 7,2 Millionen Euro. Ob, wann und in welchem Ausmaß gebaut wird, muss der Gemeinderat an einer anderen Stelle entscheiden.

Wird die Hans-Michel-Halle abgerissen?

„Es wird nicht alles im nächsten Haushaltsjahr umgesetzt. Deshalb hielten wir es für unsinnig, eine Summe in den Abschlussbericht zu schreiben“, sagte Herr Eichler am Montagabend. Es gehe vor allem darum, einen Masterplan für das Gelände zu entwickeln, um sich in den kommenden Jahren diese städtebauliche Chance nicht mit anderen Projekten zu verbauen. Es sei nicht gelungen, diesen Plan in den Bürgerwerkstätten zu entwickeln, sagte er.

Die wichtigste Entscheidung wird der Gemeinderat über die Hans-Michel-Halle treffen müssen: Abreißen oder Sanieren? Der Bedarf bestehe, um dem Sport bessere Rahmenbedingungen zu schaffen, sagte Herr Eichler: „Die Halle ist ein funktionaler Zweckbau der Sechziger Jahre, der für die Entwicklung des Sports wichtig war. Heute erfüllt sie die technischen Voraussetzungen aber nicht mehr.“

 

Die Planung, wenn die Hans-Michel-Halle erhalten bleibt und teilmodernisiert wird. Foto: Eichler + Schauss

Die Planung, wenn die Hans-Michel-Halle erhalten bleibt und teilmodernisiert wird. Foto: Eichler + Schauss

 

Neben energetischen Sanierungen muss der Boden ausgetauscht werden. Der nördliche Anbau, in dem Umkleiden, Duschen und Kraftraum untergebracht sind, müsse wegen seiner schlechten Bausubstanz durch einen Neubau ersetzt und funktional verbessert werden. Ein repräsentativer Eingang muss hergestellt werden. Dafür soll ein Anbau entstehen – möglicherweise mit einem größeren Foyer. Sollte man sich dafür entscheiden, muss auch das Sportcenter teilmodernisiert werden. Zwischen 3,2 Millionen und 4 Millionen Euro soll das kosten: „3,2 Millionen sind das Mindeste“, sagte Herr Eichler. Der Abriss der Hans-Michel-Halle ist auf eine Million Euro veranschlagt.

Bei einem Abriss der Hans-Michel-Halle, kann das dortige Grundstück anderweitig verplant werden – beispielsweise für das Bürgerhaus und das Haus des Sports, die über eine ganztägig bewirtete Gaststätte miteinander verbunden werden sollen. Dies bringe verschiedene Synergie-Effekte mit sich, sagte Herr Eichler: Beispielsweise ließe sich Energie sparen, Parkplätze könnten mehrfach genutzt werden und durch die ganztägige Gastronomie werde der Platz durchgängig belebt und damit für die Bürger/innen attraktiv.

Kegelanlage kann ersetzt werden

„Was passiert mit der Photovoltaikanlage auf der Hans-Michel-Halle?“, fragte Stadtrat Christian Metz (CDU). Die Investoren der Anlage seien sicher nicht erfreut darüber, dass die Solarpanels noch vor Ablauf ihrer Laufzeit entfernt werden sollen, sagte er. Dafür werde man einen Einigung finden müssen, antwortete Herr Eichler. Grundsätzlich sei es aber möglich, die Anlagen wieder auf ein neues Dach zu setzen. Weitergehende Planungen diesbezüglich gebe es aber nicht.

Dafür sei es möglich, eine Kegelanlage im Untergeschoss des Haus des Sports oder des Bürgerhauses zu bauen, um bei einem Abriss der Hans-Michel-Halle die dortige Anlage zu ersetzen, antwortete Herr Eichler auf die Frage von Stadtrat Thomas Embach (GBL). Der Wegfall des Tennisplatzes trieb SPD-Stadtrat Axel Ankenbrand um. Er fragte, wieso die Minera-Tankstelle nicht stattdessen entfernt werde. Doch „die Einstellungen zu diesem Grundstück sind kontrovers“, sagte Herr Eichler. So kontrovers, dass dies den gesamten Planungskonzept zum Stürzen bringen könne.

Erst Sportplatz, dann Bürgerpark

Wenn die Pläne auch nicht allen recht sind, in puncto Alla-Hopp-Gelände waren sich die Stadträte einig. Einstimmig beschlossen sie den Abschluss des Vertrags mit der Alla-Hopp-Stiftung bezüglich der Planung, Errichtung und Schenkung einer Bewegungs- und Begegnungsanlage. Auch die Aufteilung des Sport- und Freizeitgeländes in einen Bürgerpark mit integrierter Alla-Hopp-Anlage, Sportgelände mit zwei Kunstrasenplätzen und einem Bereich für Hochbauten wurde einstimmig beschlossen.

Im weiteren Verlauf sollen nun die beiden Kunstrasenplätze geplant und gebaut werden. Dann können die übrigen beiden Sportplätze aufgegeben werden, um dort den Bürgerpark und die Alla-Hopp-Anlage zu realisieren, die im Anschluss gebaut werden sollen. Die Planung für die Alla-Hopp-Anlage kann bereits jetzt beginnen – mit Abschluss des des Vertrages.

Über Lydia Dartsch

Lydia Dartsch (31) hat erfolgreich ihr Volontariat beim Rheinneckarblog.de absolviert und arbeitet nun als Redakteurin. Die studierte Politikwissenschaftlerin und Anglistin liebt Kino, spielt Gitarre und sportelt gerne.