Freitag, 22. September 2017

Start im Schuljahr 2016/17

Hebelschule wird Ganztagsgrundschule

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Hemsbach, 02. Dezember 2014. (red/pm) Die Ganztagsschule hĂ€lt Einzug. Mit dem Ganztagsschulgesetz, das die baden-wĂŒrttembergische Landesregierung im Juli auf den Weg gebracht hat, soll der Ganztagsbetrieb – insbesondere bei den 2400 Grundschulen im Land – vorangetrieben werden.

Information der Stadt Hemsbach:

„Hemsbach hat sich auch hier frĂŒhzeitig auf den Weg gemacht: Bereits im Februar entschied der Gemeinderat, eine der drei Hemsbacher Grundschulen zur Ganztagsschule zu entwickeln. Auf der Grundlage einer Untersuchung der Kommunalentwicklung Stuttgart fiel das Votum des Gemeinderats im Juli dann auf die Hebelschule.

Weiterer Meilenstein

Die steht in den Startlöchern: DemnĂ€chst wird eine Steuergruppe, bestehend aus Lehrern, Elternbeirat und SchultrĂ€ger, die bei Bedarf durch Vertreter des Schulamts ergĂ€nzt wird, gebildet, die den Ganztagesbetrieb plant und organisiert. Parallel hierzu arbeitet die Schule derzeit intensiv an einem pĂ€dagogischen Konzept. „Das ist ein weiterer Meilenstein in unserer Schulentwicklung“, freut sich BĂŒrgermeister JĂŒrgen Kirchner. Mit gutem Grund: „So können wir in Hemsbach bald durchgehend von der Grundschule bis hin zu den weiterfĂŒhrenden Schulen Ganztagesschulangebote bereithalten.“

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Von links: Rektorin Silke Hartmann, BĂŒrgermeister JĂŒrgen Kirchner, Tobias Schork. Foto: Stadt Hemsbach.

Bald – das heißt voraussichtlich ab dem Schuljahr 2016/17. Dann nĂ€mlich geht die Hebelschule mit den Klassen 1 und 2 als Ganztagsgrundschule an den Start. Hebelschul-Rektorin Silke Hartmann erwartet großen Zulauf: „Wir rechnen mit einem wahren Run auf dieses Angebot.“ Die KindergĂ€rten sind bereits umfassend informiert, die Resonanz vielversprechend. Um notwendige KapazitĂ€ten schaffen zu können, ist im stĂ€dtischen Haushalt 2015 auch schon eine erste Planungsrate eingestellt.

Und wie sieht das Angebot konkret aus? „Das Kollegium hat offen und ausgiebig diskutiert und abgewogen. Wir tendieren zum jetzigen Zeitpunkt fĂŒr die kleine Lösung in der verbindlichen Form, es sind aber noch keine Entscheidungen gefallen“, so Hartmann. Das bedeutet, dass an drei Tagen – zum Beispiel montags, dienstags und donnerstags – die Kinder jeweils sieben Zeitstunden an der Schule verbringen.

Außerschulische Kooperationspartner

Von 14:00 Uhr bis 15:00 Uhr könnten außerschulische Kooperationspartner wie beispielsweise Vereine, Initiativen oder Institutionen AktivitĂ€ten anbieten, wie dies auch im Rahmen des Lokalen BĂŒndnisses fĂŒr Familie oder im Ganztagesbetrieb an der Schillerschule schon bestens funktioniert. „Wir begrĂŒĂŸen diese Bereitschaft zum Engagement“, freut sich Tobias Schork, im Rathaus zustĂ€ndig fĂŒr die KindergĂ€rten und Grundschulen, selbstverstĂ€ndlich auch auf weitere Partner, die das Angebot bereichern.

Komplettiert wird das Ganztagesangebot vor Schulbeginn und von 15:00 Uhr bis 17:00 Uhr durch eine qualitativ hochwertige Betreuung, fĂŒr welche die Stadt verantwortlich zeichnet. Deutlich wird: „Ganztagsschule heißt nicht mehr Unterricht, sondern mehr Angebote“, stellt Silke Hartmann klar. Dazu gehört eine andere Rhythmisierung mit mehr Abwechslung, mehr frei wĂ€hlbaren Angeboten, mehr freien Spiel- und Entspannungszeiten. Dazu gehört, dass die Kinder ihre schriftlichen Hausarbeiten sĂ€mtlich in der Schulzeit erledigen können. „Und dazu gehört, ganz zentral, mehr individuelle Förderung. FĂŒr all dies bietet eine Ganztagsschule den idealen Raum“, betont die Rektorin. Auch ĂŒber eine andere Stundentaktung wird derzeit nachgedacht.

„GanztĂ€tig Lernen“

Bei ihrer Entwicklung hin zur Ganztagsschule wird die Hebelschule ĂŒbrigens professionell begleitet von der Agentur „GanztĂ€gig Lernen“. Diese Agenturen unterstĂŒtzen in 16 BundeslĂ€ndern in Zusammenarbeit mit den jeweiligen Kultusministerien mit ihrem pĂ€dagogischen und lĂ€nderspezifischen Know-how Schulen dabei, gute Ganztagsschulen zu werden beziehungsweise die QualitĂ€t ihrer Angebote weiter zu entwickeln. DarĂŒber hinaus initiieren sie Netzwerke, in denen Schulen sich ĂŒber ihre Erfahrungen austauschen und gemeinsam an ihrer Weiterentwicklung arbeiten.

„In den letzten beiden Jahren hat bei uns ein Umdenken stattgefunden“, begrĂŒĂŸt BĂŒrgermeister JĂŒrgen Kirchner diese Entwicklung. Galt ein Ganztagesbetrieb frĂŒher noch als Stigma fĂŒr Schulen an sozialen Brennpunkten, ist er heute ein Zeichen fĂŒr QualitĂ€t und dafĂŒr, dass die Kommunen die Aufgabe der Vereinbarkeit von Familie und Beruf ernst nehmen. „Allein dies ist fĂŒr uns Grund genug, die Ganztagesangebote, die wir derzeit an den anderen Schulen bereitstellen, auch weiterhin zu erhalten“, versichert der Rathauschef.“