Mittwoch, 21. Februar 2018

Unklare Zukunft der Schlecker-Märkte

For you. Vor Ort. Vorbei?

Wie lange gibt es den Schleckermarkt vor Ort noch? Wie viele verlieren Ihre Arbeitsplätze? Was, wenn es nur noch einen Versorgen im Ort gibt? Viele Fragen - keine Antworten.

 

Rhein-Neckar, 24. Januar 2012 (red/jt) Nach Bekanntwerden der Insolvenz der Drogeriekette Schlecker herrscht große Unsicherheit Рbei Mitarbeitern und bei Kunden. Welche Filialen bleiben bestehen, wo gibt es Schließungen, wer verliert seinen Job? Auch die Metropolregion Rhein-Neckar ist betroffen.

Die Schlecker-Pleite kostet deutschlandweit vermutlich 30.000 Menschen ihren Arbeitsplatz. Viele davon auch in der Region Rhein-Neckar. Im benachbarten Neckar-Odenwald-Kreis hat das Filialsterben bereits angefangen. Die Filiale in Seckach hat laut Rhein-Neckar-Zeitung bereits zum 24. Dezember 2011 ihre T√ľren geschlossen. Auch die Filialen Buchen, Osterburken und H√∂pfingen wurden bereits 2011 dicht gemacht.

In der Metropolregion Rhein-Neckar gibt es ebenfalls erste Opfer unter den Filialen. In Ilvesheim schlie√üt man zum 08. Februar die T√ľren. Die Regale sind schon gro√üenteils leer ger√§umt.

Ungewiss ist die Zukunft der dortigen Mitarbeiter. „Vermutlich werden wir zun√§chst Krankheitsvertretung in den Nachbarfilialen machen“, sagt uns eine Mitarbeiterin. Erfahren habe man von der Schlie√üung √ľbrigens erst vor einer Woche.

Um uns ein genaueres Bild von der Lage vor Ort machen zu können, haben wir auch die Filialen in Edingen-Neckarhausen, Heddesheim und Ladenburg persönlich besucht.

Presse nicht erw√ľnscht

In Ladenburg verweist man mich direkt an die Filialleiterin. Die Dame ist um die 50 Jahre alt. Sie r√§umt gerade Regale ein. Fragen m√∂chte sie keine beantworten. Die anderen Mitarbeiter sehen verstohlen zu uns her√ľber. Antworten gibt es hier keine, bis auch diese: „Die Presse ist hier nicht erw√ľnscht.“

Klare Auskunft in Ladenburg:

 

√Ąhnlich die Reaktion in Heddesheim. Auch dort verweist man an die Filialleitung. Antworten? Fehlanzeige. Die Nummer der Pressesprecherin k√∂nne man uns geben. Diese Auskunft gibt es zwischen T√ľr und Angel. Von einem Fax oder Brief schreibt die Filialleiterin die Nummer ab. Dazu kommt sie nicht mal aus ihrem B√ľro hervor. Sie reicht einen kleinen Zettel mit einer Handynummer darauf. Selbst der Name der Ansprechperson fehlt.

Auf die Nachfrage, ob man denn schon etwas zum Schicksal der Filiale wei√ü, verweist man mich mit einem L√§cheln und Augenzwinkern an die Pressestelle. „Netter Versuch!“, soll das wohl hei√üen.

Verunsicherte Kunden

In Edingen-Neckarhausen antwortet mir ein Mitarbeiter. Die Filialleitung l√§sst sich nicht blicken. Der Mitarbeiter scheint besorgt. Von der Insolvenz habe man durch die Firmenleitung erfahren, ungef√§hr zur gleichen Zeit als es auch in den Medien bekannt wurde. Viele Kunden seien verunsichert, w√ľrden nachfragen, ob die Filiale erhalten bleibt.

Der Ilvesheimer Markt wird schließen - wann ist noch unklar.

 

Von der Schließung in Ilvesheim weiß man hier bereits. Wenn die Presse positiv berichtet, könnte das vielleicht helfen. Eine diffuse Hoffnung. Tatsache ist, neben dem Edeka-Markt ist die Schleckerfiliale die einzige Einkaufsmöglichkeit am Ort. Im Ortsteil Neckarhausen wurde der dortige Drogeriemarkt schon vor einiger Zeit geschlossen.

Ein Passant erzählt uns, die Filiale sei so etwas wie ein Tante Emma Laden.

Das ist das einzige Geschäft direkt hier im Ortskern!

Viele √§ltere Menschen wohnen in Edingen, der Weg zum Industriegebiet ist f√ľr sie zu weit und zu beschwerlich. Als wir ein Bild der Filiale machen, witzelt ein weiterer Passant:

„Sie machen wohl das letzte Bild, was?“

Keine Informationen durch die Pressestelle

Zur√ľck in der Redaktion versuchen wir die Pressestelle zu erreichen. Der Anruf unter der uns mitgeteilten Telefonnummer bleibt erfolglos. Wie zu erwarten. Per email fragen wir erneut nach.

Bitte haben Sie Verst√§ndnis, dass wir zum jetzigen Zeitpunkt keine Aussagen √ľber einzelne M√§rkte, St√§dte oder Regionen treffen k√∂nnen.

Das ist der Informationsgehalt der erhaltenen Antwort. Einen Namen des Pressesprechers sucht man hier √ľbrigens vergebens. Die Mail ist lediglich mit „Pressestelle Schlecker“ unterzeichnet.

 

Deutschlandweite Kritik

Das Thema „Schlecker“ ist zur Zeit fast √ľberall zu finden. Die Unternehmerfamilie Schlecker steht stark in der Kritik. Auch Trigema-Chef Wolfgang Grupp geht hart mit Anton Schlecker ins Gericht.

Gegen√ľber der „WirtschaftWoche“ √§usserte er, Schlecker habe das Geld, das er mithilfe seiner Besch√§ftigten verdient habe, f√ľr sich behalten. Weiter kritisierte er:

Hier werden diejenigen belohnt, die dem Größenwahn und der Gier frönen, während die Anständigen die Dummen sind.

Laut Informationen der Financial Times Deutschland (FTD) soll nun eine sogenannte Planinsolvenz in die Tat umgesetzt werden. Dabei handelt es sich um ein Insolvenzverfahren in Eigenverantwortung. Das Unternehmen legt dem Insolvenzrichter dabei ein Sanierungskonzept vor, mit dem es entschuldet werden soll.

Die Familie Schlecker k√∂nnte so Eigent√ľmer der Kette bleiben. Wichtig dabei ist: Der Insolvenzverwalter √ľbernimmt nur die Aufsicht bei einem solchen Verfahren. Die Gesch√§ftsf√ľhrung bleibt weiter im Amt.

Danach w√ľrde auch die Gesch√§ftsf√ľhrung Pl√§ne vorlegen wie es mit Filialschlie√üungen, Stellenabbau und Kostensenkungen weitergeht, nicht der Insolvenzverwalter.

Auf der Facebook-Seite des Unternehmens kommentiert eine Nutzerin das angek√ľndigte Planinsolvenzverfahren wie folgt:

Das rettet unsere Arbeitsplätze auch nicht mehr. Danke Anton.

Laut Spiegel geht es aber nicht nur um die Arbeitspl√§tze, auch die Geh√§lter sind in Gefahr. Mit einer Planinsolvenz kann das Unternehmen auch die bestehenden Tarifvertr√§ge mit ver.di ausserplanm√§ssig k√ľndigen. Schlecker w√§re sonst bis Juni an einen Besch√§ftigungssicherungs-Tarifvertrag gebunden gewesen, der Entlassungen nicht m√∂glich macht.

Seit 2010 waren die Kinder von Firmengr√ľnder Anton Schlecker f√ľr eine Neuausrichtung des Unternehmens zust√§ndig.

Sie versprachen mehr Offenheit – umgesetzt wurde die aber nicht. Das zeigen solche versteckten Schachz√ľge im Insolvenzverfahren ebenso, wie der mangelhafte Umgang mit Presse und √Ėffentlichkeit.

Kundenn√§he und unternehmerische Verantwortung f√ľr die Mitarbeiter geht anders.

23. bis 29. Januar 2012

Diese Woche: Tipps und Termine

Tipps und Termine f√ľr den 23. bis 29. Januar 2012. Jeden Montag erscheinen unsere Veranstaltungstipps f√ľr die laufende Woche. Die Redaktion nimmt gerne weitere Termine und Anregungen auf. Die Kontaktm√∂glichkeiten finden Sie am Ende der Seite.

Mehr Termine finden Sie ins unseren Kalendern f√ľr Heddesheim, Hirschberg, Ladenburg, Viernheim, Weinheim und Rhein-Neckar.

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Mittwoch, 25. Januar 2012, 20:00 Uhr, B√ľrgerhaus Heddesheim

Bernhard Bettermann.

Heddesheim. Am Mittwoch, den 25. Januar, ist im Heddesheimer B√ľrgerhaus die Theater-Kom√∂die „Sein oder Nichtsein“ von Nick Whitby, nach dem Film
‚ÄěTo Be or Not to Be‚Äú von Ernst Lubitsch mit Isabella H√ľbner, Bernhard Bettermann, Sarah-Jane Janson u.a. zu sehen.

1939 bei der Auff√ľhrung von ‚ÄěHamlet‚Äú in Warschau verliebt sich der jungen Fliegerleutnant Sobinsky in die Schauspielerin Maria Tura. Der 2. Weltkrieg bricht aus und Warschau wird bombardiert. Der junge Fliegerleutnant kommt nach England und will dem polnischen Professor Silewski, der in das besetzte Warschau reist, eine Nachricht f√ľr seine Maria mitgeben. Aber dieser kennt die ber√ľhmteste Schauspielerin Warschaus √ľberhaut nicht. Es wird klar, er ist ein Doppelagent! Sobinsky reist ebenfalls nach Warschau. Die Schauspieler schl√ľpfen in die Rollen der deutschen Besatzer und es beginnt eine Verwechslungskom√∂die voller Wort- und Spielwitz.

Karten: Verkauf von Einzelkarten f√ľr alle Veranstaltungen nur im Rathaus Heddesheim ‚Äď B√ľrgerservice, Tel. (06203) 101-200.
Ort:
Unterdorfstr. 2, Heddesheim.

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"Original USA Gospel Singers" & Band. Szenenfoto.

Mittwoch, 25. Januar 2012, 20:00 Uhr, Stadthalle Weinheim

Weinheim. Die Kulturgemeinde zeigt in der Stadthalle die Gospelshow „Oh, Happy Day!“ mit den „Original USA Gospel Singers“ & Band.

Emotionalit√§t, Religiosit√§t und pure Lebensfreude vermitteln die Original USA Gospel Singers & Band, die ein ungeheuer intensives, temporeiches Programm bieten: Fetzige Rhythmen wechseln mit gef√ľhlvollen Balladen, Ensemblenummern folgen Soli ‚Äď eine brodelnde Gischt enthusiastischer Musik, eingetaucht in ein farbenfrohes Lichterspektrum. Die afro-amerikanische Gospelgruppe mit Live-Band und gro√üer Licht- und B√ľhnenshow bringt das urspr√ľngliche Gef√ľhl der schwarzen Gospelkultur authentisch nahe und erz√§hlt deren Geschichte. Von der Entstehung bis zur heutigen Zeit, von Mahalia Jackson bis James Cleveland, vom Einfluss der Karibik bis zur Weihnachtsgeschichte. Das gro√üartige Gesangsensemble zelebriert eine mitrei√üende Feier des Lebens, schnell springen die Funken √ľber, intensive Emotionen werden geweckt, fast immer h√§lt es die Besucher nicht mehr auf den Sitzen. Ein gef√ľhlsbetonter Abend, eine spirituelle Reise voller Lebensfreude.

Ort: Stadthalle Weinheim, Birkenauertalstr. 1, Weinheim.
Karten:
Geschäftsstelle der Kulturgemeinde Weinheim, Stadthalle, Telefon: 06201 / 12282, Telefax: 06201 / 185288, eMail: theater@kulturgemeinde.de. Die Kasse (Tel. 06201/12282) ist jeweils eine Stunde vor Vorstellungsbeginn geöffnet. Dort erfolgt nur der Verkauf zur jeweiligen Vorstellung.

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Catherine Le Ray.

Mittwoch, 25. Januar 2012, 20:00 Uhr, Olympia-Kino

Hirschberg. Unter dem Titel ‚ÄěEs war einmal ein schwarzes Klavier‚Äú singt Catherine Le Ray Chansons von Barbara.

Catherine Le Ray, Grande Dame des Chansons, widmet dieses Programm der franz√∂sischen S√§ngerin Barbara, die in den 60er Jahren in Frankreich Kultstatus erlangte und auf eine Ebene mit Piaf und Greco gestellt wird. Barbara schrieb unter anderem den Erfolgstitel ‚ÄěG√∂ttingen‚Äú, der viel zur Vers√∂hnung zwischen Deutschland und Frankreich beitrug. Catherine Le Ray interpretiert ihre Lieder in beiden Sprachen, stellt aber auch die bewegte Biographie Barbaras vor, die mit b√ľrgerlichem Namen Monique Serf hie√ü und j√ľdischer Abstammung war. Begleitet wird Catherine Le Ray vom Pariser Jazz-Pianisten Philippe Mira.

Die Augsburger Zeitung schreibt : ‚ÄěCatherine Le Ray war strahlend, witzig, flott und kokett ‚Äď und lie√ü daneben immer wieder die Verzweiflung der K√ľnstlerin ahnen, mit einer Stimme, die ¬ęMusik der Seele¬Ľ sein darf. Auch Philippe Miras Spiel am Klavier war ein Genuss.‚Äú

Ort: Olympia-Kino, Hölderlinstr. 2, 69493 Hirschberg-Leutershausen.
Eintritt:
15 Euro / Förderkreismitglieder 13 Euro. Vorverkauf : Postagentur Leutershausen (Tel. 06201/590028), Schreibwaren Schuhmann in Großsachsen (Tel. 06201/53012), Opus in Schriesheim (Tel. 06203/937684). Reservierungen: foerderkreis@olympia-leutershausen.de oder Tel. 06201 Р53600.

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Puppenb√ľhne Piccobello.

Donnerstag, 26. Januar 2012, 16:00 Uhr, Stadtbibliothek Weinheim

Weinheim. Puppenb√ľhne Piccobello gastiert am Donnerstag 26.Januar 16:00 Uhr in der Stadtbibliothek Weinheim mit der Geschichte „Neues von Leo dem L√∂wen“. Das St√ľck dauert etwa 50 Minuten und ist geeignet f√ľr Kinder ab zwei Jahren.

Inhalt des St√ľcks: Es ist ein sch√∂ner Tag in Kaspershausen, die Sonne scheint, die V√∂gel zwitschern. Doch als Kasper vom Wachtmeister Dimpfelmoser erf√§hrt, dass der Wanderzirkus seinen L√∂wen im Ort vergessen hat, ist guter Rat teuer. Jetzt ist Kasper auf die Hilfe der Kinder angewiesen.

Karten gibt es nur am Tag der Veranstaltung direkt an der Theaterkasse.

Ort: Luisenstraße 1, Weinheim.
Eintritt: 6 Euro, mit Gutschein pro Person 5 Euro, Gutscheine sind in den Kindergärten erhältlich.

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"Im Himmel unter der Erde".

Freitag, 27. Januar 2012, 20:15 Uhr, Olympia-Kino

Hirschberg. Das Olympia-Kino zeigt den Film: „Im Himmel, √ľber der Erde“.

Im Norden Berlins, versteckt in einem Wohngebiet, umgeben von Mauern und bedeckt von einem Urwald aus B√§umen, Rhododendron und Efeu liegt der J√ľdische Friedhof Wei√üensee. Er wurde 1880 angelegt, ist 42 Hektar gro√ü, hat derzeit 115.000 Grabstellen und immer noch wird auf ihm bestattet. Weder der Friedhof noch sein Archiv sind je zerst√∂rt worden ‚Äď ein Paradies f√ľr Geschichten-Sammler.

Britta Wauer und ihr Kameramann Kaspar K√∂pke waren f√ľr ‚ÄěIm Himmel, unter der Erde‚Äú immer wieder auf dem J√ľdischen Friedhof und haben einen h√∂chst lebendigen Ort vorgefunden. Menschen aus aller Welt kommen dort hin und k√∂nnen von j√ľdischer, Berliner und zugleich deutscher Geschichte erz√§hlen, von der dieser Ort erf√ľllt ist.

Eine weitere Vorstellung gibt es am Sonntag, 29. Januar 2012, 18:00 Uhr.

Zu den Veranstaltungen anlässlich des Auschwitz-Gedenktages, der am 27. Januar begangen wird, lädt der Arbeitskreis Ehemalige Synagoge Leutershausen zusammen mit dem Förderkreis Olympia-Kino ein.

Ort: Olympia-Kino, Hölderlinstr. 2, 69493 Hirschberg-Leutershausen.
Eintritt:
Reservierungen: foerderkreis@olympia-leutershausen.de oder Tel. 06201 – 53600.

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Dany Bober - Eine j√ľdische Zeitreise.

Samstag, 28. Januar 2012, 19:00 Uhr, Alte Synagoge

Hirschberg. Lied, Geschichte, j√ľdische Weisheiten – Eine j√ľdische Zeitreise mit Dany Bober in der Alten Synagoge.

Wie lebendig und modern j√ľdische Musikkultur sein kann, ohne jedoch Tradition und Geschichte aus dem Blick zu verlieren, zeigt Dany Bober. Mit Liedern, Geschichten und j√ľdische Weisheiten schickt er seine Zuh√∂rer auf eine j√ľdische Zeitreise. Ganz im Stil des ‚ÄěFeatures‚Äú, eine Art k√ľnstlerisch gestaltete Dokumentation, die auf den Kleinkunstb√ľhnen zur Zeit der Weimarer Republik gro√üe Beliebtheit erfahren hat, vermischt er verschiedene Elemente miteinander. In seinen Liedern thematisiert Dany Bober das babylonische Exil, die hellenistisch-r√∂mische Zeit, das mittelalter¬≠liche Spanien und die jiddischen Volksweisen Osteuropas. Hierzu singt er mal auf jiddisch, mal in Frankfurter Mundart, vertont Psalme von K√∂nig David und Salomo oder erz√§hlt Anekdoten aus dem j√ľdischen Frankfurt und Berlin der vergangenen beiden Jahrhunderte.

Zu den Veranstaltungen anlässlich des Auschwitz-Gedenktages, der am 27. Januar begangen wird, lädt der Arbeitskreis Ehemalige Synagoge Leutershausen zusammen mit der VHS Badische Bergstraße ein.

Ort: Hauptstr. 27, 69493 Hirschberg.
Karten: Eintritt 10 Euro (Karten nur an der Abendkassen).

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Die kleine Hexe.

Sonntag, 29. Januar 2012, 14:30 Uhr, Kulturb√ľhne Alte Druckerei

Weinheim. Das Kinder- und Musiktheater „Schaubude“ zeigt am Sonntag, 29. Januar 2012, auf der Kulturb√ľhne Alte Druckerei „Die kleine Hexe“.

Die kleine Hexe ist erst 127 Jahre alt und will trotzdem schon mit den gro√üen Hexen mittanzen. Als sie erwischt wird, verdonnert sie die Oberhexe zu einer Hexenpr√ľfung. Innerhalb eines Jahres soll sie eine gute Hexe werden. Doch was ist √ľberhaupt eine gute Hexe? Ihr Rabe Abraxas wei√ü Rat. Gut ist nur, wer Gutes tut.

Ort: Friedrichstraße 24, 69469 Weinheim.
Karten: Kinder 6 Euro, Erwachsene 8 Euro. Kartenshop DiesbachMedien: 06201-81345, E-Mail: kartenshop@diesbachmedien.de.

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Bis 04. Februar 2012, Karlstorbahnhof Heidelberg

10. Kabarett - und Kleinkunstfestival.

Heidelberg. Vom 21. Januar bis 4. Februar 2012, findet im Karlstorbahnhof Heidelberg „Carambolage“, das 10. Kabarett- und Kleinkunstfestival statt.

‚ÄěCarambolage‚Äú steht f√ľr Kollisionen, f√ľr ein Aufeinandertreffen – und w√§hrend dieses Festivals trifft im Heidelberger Karlstorbahnhof so ziemlich alles aufeinander, was die Kleinkunst-Kabarett-Comedy-Sparte zu bieten hat: spannende Konzepte, gro√üe Namen und ‚Äěabsolute Beginner‚Äú.

Beste Unterhaltung mit Michael Quast, Tina Teubner, Gardi Hutter, Vince Ebert, Sebastian Puffpaff, Matthias Deutschmann, The Incredible Herrengedeck, Hagen Rether, Josef Hader und vielen anderen.

Das Programm findet man auf der Hompage.

Ort: Kulturhaus Karlstorbahnhof, Am Karlstor 1, 69117 Heidelberg.

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Mitmachausstellung in Speyer.

Bis 29. Januar 2012, Historisches Museum der Pfalz

Speyer. Trutzige Ritterburgen, geheimnisvolle Klöster und die gigantische Dombaustelle, das sind Orte, die die jungen Besucher auf ihrer Reise ins Mittelalter im Jungen Museum aufsuchen.

Die Mitmachausstellung „Burg Drachenfels – Reisen ins Mittelalter“ f√ľr Kinder von 4 bis 12 Jahren bietet zahlreiche Erlebnisse zur mittelalterlichen Welt: Warum waren die mittelalterlichen K√∂nige stets auf Reisen? Wer war der ber√ľhmteste Gefangene auf Burg Trifels? Welche Erfindungen wurden in Kl√∂stern entwickelt? Wie baut man einen Dom? Welche Habseligkeiten gab es in einem Bauernhaus? Und wie ging es auf dem Markt einer mittelalterlichen Stadt zu?

In den lebendigen Inszenierungen mit vielen Spiel- und Mitmachm√∂glichkeiten geht es nicht nur spannend zu, sondern es wird auch noch mit Spa√ü gelernt. Es gibt eine Burg, die gest√ľrmt werden kann und eine Dombaustelle, auf der die jungen Besucher sich als Baumeister erproben k√∂nnen.

Im Scriptorium stehen Feder und Tinte bereit und auf dem Marktplatz darf gehandelt und gefeilscht werden. Originale Alltagsgegenstände ermöglichen den direkten Blick auf das Mittelalter. Repliken und anregende Spielvorschläge vermitteln anschaulich Aspekte der mittelalterlichen Lebenswelt.

Ort: Historisches Museum der Pfalz Speyer, Domplatz 4, Speyer.

Gabis Kolumne

„Irgendwann klemmt die Schublade.“

Rhein-Neckar, 23. Januar 2012. Manche Dinge sollten erledigt werden, und zwar möglichst schnell. Andere möchte man gerne bald wiederholen, aber man bekommt sie im Alltag kaum unter. Das mit der Regelmäßigkeit ist so eine Sache, denkt Gabi.

Wegen √úberf√ľllung geschlossen.

Ich habe ihm Flur eine Schublade, da fliegt alles rein, was noch sortiert und abgeheftet werden muss: Kontoausz√ľge, √ľberwiesene Rechnungen, Garantien und Zettel jeglicher Art. Und alle paar Monate geht wegen √úberf√ľllung gar nichts mehr, sprich die Schublade geht nicht mehr zu.

Das ist dann der Zeitpunkt, an dem ich meine Ablage machen muss. Habe ich es hinter mich gebracht, denke ich meist, das war doch gar nicht so schlimm, das sollte ich viel regelmäßiger machen.

Unter diese Rubrik fällt auch Keller aufräumen, Kleiderschrank aussortieren, Auto und Fenster putzen …

Sind die Dinge erledigt, f√ľhlt man sich richtig gut, freut sich ob der getanen Arbeit und nimmt sich vor, so lange wird man es nie wieder liegen lassen.

Irgendwann klemmt die Schublade

Doch irgendwann klemmt die Schublade wieder und aus den Fenstern kann man kaum noch rausschauen.

Räum’ doch Deine Klamotten abends gleich weg, wenn du sie ausziehst, ermahne ich deswegen auch meine Tochter regelmäßig, denn schließlich soll sie es ja lernen.

Meine Gro√ümutter hatte ihren Haushalt noch gut organisiert, montags wurde gewaschen, dienstags demnach geb√ľgelt, mittwochs Staub gewischt und gesaugt, donnerstags das Bad geputzt und die B√∂den gewischt, freitags die Betten bezogen, samstags Kuchen gebacken und sonntags ausgeruht. Bei dieser Regelm√§√üigkeit blieb nichts liegen, es stapelte sich nichts, wie zum Beispiel meine B√ľgelw√§sche im Keller.

Ich wei√ü noch, wenn ich als junge Frau bei meiner Gro√ümutter vorbeischaute und es war beispielsweise Montag, fragte sie: ‚ÄěUnd Kind, hast du deine W√§sche schon gemacht?‚Äú Es war f√ľr sie kaum nachvollziehbar, dass man in der ‚Äěheutigen‚Äú Zeit noch so viel anderes zu tun hatte, erst in jungen Jahren Semesterarbeiten anfertigen, sp√§ter dann mit Kindern in die Krabbelgruppen zu gehen und schlie√ülich neben dem Haushalt noch zu arbeiten. Und dazu die ganzen Freizeitvergn√ľgen ‚Äď diesen Stress hatte meine Gro√ümutter nicht, aber einen gut aufger√§umten und ordentlichen Haushalt ‚Äď mit Regelm√§√üigkeit.

Szenenwechsel

K√ľrzlich war ich mit vier Freundinnen aus. Und wir waren nicht einfach nur im Kino oder was trinken, sondern wir waren auf einem Live-Konzert in einem Heidelberger Club. Es war laut, es war voll und es wurde sp√§t. Und es machte Spa√ü. ‚ÄěDas sollten wir bald wieder mal machen‚Äú, sagte eine der Freundinnen.

Vergangene Woche waren wir mit Freunden im Theater ‚Äď es war ein wunderbarer Abend. ‚ÄěDas sollten wir bald wieder mal machen‚Äú, dachte ich.

Die Liste der Dinge, die ich gerne ‚Äěbald wieder mal machen m√∂chte‚Äú ist ebenso endlos wie die der Dinge, die ich bald wieder machen sollte.

Es ist das Treffen mit einer Freundin, die im Elsass wohnt, die Wanderung in der Pfalz, der Tag in einem Wellness-Bad, der Besuch einer Lesung oder Ausstellung ‚Äď die Reihe ist beliebig erweiterbar.

Und auch hier: Setzt man das Vorhaben in die Tat um, scheint es kaum nachvollziehbar, warum man damit so lange gewartet hat, warum man sich zwischen Job, Kinder, K√ľche keinen Freiraum schaffen konnte und warum man sich immer so einen Ruck geben muss.

Einfacher ist es mit Dinge, die sich wiederholen, der wöchentliche Sportkurs, das monatliche Treffen mit Freunden. Sobald es in unserem Zeitablauf fest verankert ist, quasi auf regelmäßiger Wiedervorlage, gelingt es sehr gut es in den Alltag zu integrieren.

So wissen meine Kinder und mein Mann, dass ich montags und freitags abends zum Sport gehe, dass ich mich einmal im Monat mit meinem Literasturkreis treffe und dass sonntagsabend der Tatort fest auf dem Programm steht.

Will ich an anderen Abenden einen Film schauen ‚Äď wir haben nur einen Fernsehen ‚Äď tritt das meist gro√üe Diskussionen los, aber alle wissen ‚ÄěMama schaut am Sonntagabend Tatort und da f√§hrt kein Zug dr√ľber.‚Äú

Das ist planbar.

Ausreißer aus dem Alltag

Aber sind es nicht die kleinen Ausrei√üer aus dem Alltag, die unser Leben w√ľrzen.

Und das Salz in der Suppe ist wohl, dass wir es eben nur selten tun und somit die Sehnsucht die Antriebskraft ist.

Bei den l√§stigen Dingen ist der Sieg √ľber den inneren Schubladen-Schweinehund die wahre Befriedigung.

W√ľrden wir alles regelm√§√üig erledigen, k√∂nnten wir dieses Gef√ľhl nicht genie√üen. Und w√ľrden die sch√∂nen Augenblicke des Lebens zur Regelm√§√üigkeit, ginge das Besondere verloren.

So kämpfe ich mit den Unannehmlichkeiten und sehne mich nach den Auszeiten, denn ich will alles häufiger, aber bitte nicht regelmäßig tun.

gabi

Das Hemsbachblog.de startet

Liebe Leserinnen und Leser!

Hemsbach, 21. Januar 2011. Die Stadt Hemsbach hat ab sofort ein neues Medium Рdas Hemsbachblog. Wir bauen unser Angebot kontinuierlich aus. Sie können daran mitwirken. Wer wir sind, was wir vorhaben und wie wir auf Sie zählen, erfahren Sie in diesem Artikel.

Von Hardy Prothmann

Wie die meisten Kommunen in Deutschland liegt auch Hemsbach in einem so genannten „Einzeitungskreis“. Das hei√üt, es gibt meist einen dominierenden Zeitungsmonopolisten vor Ort. Der bestimmt, was wann √ľber wen wie berichtet wird. Und auch, was nicht berichtet wird. Um sich eine ausgewogene Meinung bilden zu k√∂nnen, ist das ganz klar zu wenig.

Kritikfreudiger Journalismus

Wir bieten auf unseren „Blogs“ modernen, kritischen Journalismus. Der kann schneller sein als die Zeitung, hintergr√ľndiger, umfassender und f√ľr die Leserinnen und Leser ist er kostenfrei. Kritisch hei√üt f√ľr uns: Neugierig sein, Fragen stellen, Antworten suchen.

Hardy Prothmann ist verantwortlich f√ľr das Hemsbachblog.de. Bild: sap

Als Redaktionsleiter zeichne ich verantwortlich f√ľr die Inhalte und darf mich vorstellen: Ich bin in der Pfalz aufgewachsen und lebe seit langem in der Kurpfalz – von 1990 bis 2005 habe ich in Mannheim meinen ersten Wohnsitz gehabt, aktuell in Heddesheim. Seit 1991 arbeite ich als Freier Journalist. Ich bin verheiratet und habe zwei Kinder.

Begonnen habe ich als freier Mitarbeiter f√ľr den Mannheimer Morgen, ab 1994 habe ich fast ausschlie√ülich √ľberregional f√ľr fast alle „gro√üen“ Medien gearbeitet. Darunter Die Zeit, S√ľddeutsche, FAZ, taz, Spiegel, Fokus sowie f√ľr ARD H√∂rfunk und Fernsehen. Von 1997-2004 war ich Mitinhaber und Redakteur der Medienfachzeitschrift „CUT“, einem Magazin f√ľr Radio- und Fernsehmacher.

Hintergrundinformationen

Im Mai 2009 habe ich das Heddesheimblog gegr√ľndet. Der Anlass: Ich war unzufrieden mit der vollkommen mangelhaften Jubelberichterstattung des Mannheimer Morgen √ľber ein in Heddesheim geplantes „Logistikzentrum“.

Ich habe meine eigenen Recherchen in einem „Blog“ online gestellt, um die B√ľrger mit Hintergrundinformationen zu versorgen, die nicht „in der Zeitung“ standen. Das Interesse war so gro√ü, dass ich mich entschlossen habe, als Verleger und Journalist ein lokales Internetmedium zu gr√ľnden.

Ein „Blog“ ist eine spezielle Software zum Erstellen von Internetzeitungen. Wir h√§tten unsere Angebote auch „Internetzeitung f√ľr…“ nennen k√∂nnen, haben aber bewusst eine Abgrenzung zur Zeitung gesucht. Eine Zeitung wird auf Papier gedruckt, bringt die Nachrichten von gestern oder vorgestern und ist durch ihr Format „begrenzt“.

Deutschlandweites Interesse

Dieses Projekt hat deutschlandweit f√ľr sehr gro√ües Interesse gesorgt. Mittlerweile gibt es mehrere Dutzend solcher Angebote, die sich klar am „Heddesheimblog“ orientiert haben und mit denen wir teils zusammenarbeiten.

Lange Zeit war das Logistikzentrum „Pfenning“ das Hauptthema beim Heddesheimblog. Nach und nach haben wir die lokale Berichterstattung ausgebaut. Ende 2009 kam das Hirschbergblog dazu, Anfang 2010 das Ladenburgblog, Ende 2010 das Weinheimblog, Anfang 2011 folgten das Rheinneckarblog und das Viernheimblog.

W√§hrend die „Ortsblogs“ Nachrichten und Informationen aus und √ľber die jeweilige Gemeinde ver√∂ffentlichen, ist das Rheinneckarblog ein regionales Medium. Hier ver√∂ffentlichen wir Themen aus einem Umkreis von rund 50 Kilometern.

„Wir“, das ist ein kleines Team von zur Zeit acht Mitarbeitern. √úber ein Netzwerk von lokaljournalistischen Internetangeboten erhalten wir auch Inhalte von Partnern aus ganz Deutschland (und teils aus dem Ausland), die wir „lokalisieren“, wenn diese in unser Berichtsgebiet passen. Weitere Informationen dazu finden Sie unter istlokal.de.

Finanziert wird unser Angebot haupts√§chlich √ľber Anzeigen unserer Werbekunden. Dieses Gesch√§ft entwickelt sich zusehends. Der Markt f√ľr Online-Werbung ist aber noch l√§ngst nicht etabliert und muss ausgebaut werden. Erfreulicherweise verstehen aber immer mehr Partner, dass Online-Werbung effizienter und preiswerter ist als teure Printwerbung. Und auch „kleine“ Unternehmen haben hier die M√∂glichkeit beispielsweise mit Videos ihre Kunden zu erreichen.

Machen Sie mit

Es gibt schon lange einige „Fans“ unserer Blogs in Hemsbach, die immer wieder angefragt haben: „Wann kommt das Hemsbachblog?“ Die Antwort ist: Jetzt. Und zur Antwort geh√∂rt auch: Wir brauchen dazu Ihre Unterst√ľtzung.

Jede Gemeinde ist ein komplexes Gebilde und wir m√ľssen uns redaktionell erst „einarbeiten“. Sie k√∂nnen uns dabei helfen, indem Sie uns mit Themen, Kontakten, Hintergr√ľnden, also mit Informationen versorgen. Rufen Sie in der Redaktion an oder mailen Sie uns.

Sie k√∂nnen auch gerne aktiv mitwirken und uns Texte, Bilder und Videos anbieten. Und Sie k√∂nnen auch langfristig als freie Mitarbeiter selbst journalistisch t√§tig werden. Dabei ist eins wichtig: Wir berichten unabh√§ngig und √ľberparteilich. Wir berichten kritisch, aber gerne auch positiv.

Vereinen bieten wir in K√ľrze eine M√∂glichkeit, eigene Berichte bei uns kostenfrei online zu stellen. Der Vorteil ist gegenseitig: Wir k√∂nnen damit interessante Inhalte aus dem gesellschaftlichen Leben ver√∂ffentlichen und die Vereine profitieren von der gro√üen Aufmerksamkeit, die unsere Blogs auf sich ziehen. Bei Google sind unsere Angebote auf den Top-Pl√§tzen gelistet – das bef√∂rdert auch alle, √ľber die redaktionell bei uns berichtet wird.

F√ľr das neue Jahr 2012 w√ľnsche ich Ihnen von Herzen alles Gute.

Und nat√ľrlich w√ľnsche ich uns allen einen erfolgreichen Start f√ľr das Hemsbachblog.

In diesem Sinne

Herzlichst

Zollkriminalamt hebt Waffenlager bei Viernheimer Sportsch√ľtzen aus

Als hätte sich der Mann auf einen Krieg vorbereitet. Größert Waffen- und Munitionsfund durch das Zollriminalamt Frankfurt seit zehn Jahren bei einem Viernheimer Sportschützen.

 

Viernheim/Frankfurt/Rhein-Neckar, 25. Januar 2012.(red/pm/Fotos: Zollkriminalamt) Beamte der Zollfahndung Frankfurt am Main (ZFA Ffm) haben ein Waffenlager in Viernheim ausgehoben. Ein 46 Jahre alter Sportschütze hatte über Jahre hinweg 22 Waffen und über 60.000 Schuss Munition sowie Granaten „gesammelt“. Das Gewicht des Funds: Gut eine Tonne. Laut dem Frankfurter Zollkriminalamt ist der größte Waffenfund seit über zehn Jahren.

Von Hardy Prothmann

„Das haben wir tatsächlich nicht erwartet“, sagte Hans-Jürgen Schmidt, Sprecher des Zollkriminalamts auf Anfrage.

Die Ermittler hatten in der Wohnung eines 46-Jährigen zwei Maschinengewehre, neun Sturmgewehre (u.a.
Kalaschnikov), zwei Maschinenpistolen (Uzi, Scorpion), neun Kurzwaffen und 62.519 Schuss Munition, darüber hinaus 22 Nebel- und Farbgranaten, drei Übungs-Handgranaten und zehn Handgranatenzünder sichergestellt:

„Wenn Sie den Mann sehen, hätte Sie das nicht vermutet.“

Der 46-jährige Beschuldigte lebt mit seiner Ehefrau und dem minderjährigen Sohn in der Wohnung eines Mehrfamilienhauses. Während die schussfähigen Waffen
vorschriftsmäßig in Waffenschränken und Tresoren untergebracht waren, befand sich das Maschinengewehr zerlegt im Schlafzimmerschrank:

„Der Mann hat eine, sagen wir mal, hohe Affinität zu Waffen. Vieles stammt aus den 90-er Jahren. Eine unmittelbare Gefährdung ging unserer Einschätzung nach nicht von ihm aus.“

Der Sportschütze ist nicht vorbestraft und war sofort geständig. Nach der vorläufigen Festnahme und einem Verhör wurde er wieder auf freien Fuß gesetzt:

„Aus unserer Sicht besteht keine Fluchtgefahr.“

Die Fahnder waren durch vorangegangene Ermittlungen auf die Spur des Sportschützen gekommen. Er war Inhaber einer Waffenbesitzkarte und durfte lediglich legal drei
Pistolen, eine Langwaffe und zwei Wechselsysteme sowie die dazugehörige Patronenmunition besitzen.

 

Den Ermittlungen zufolge, hatte der Beschuldigte bereits zwischen 1989 und 2000 über 16.000 Schuss Munition bei einem Waffenhändler in der Schweiz erworben, ohne hierfür eine Genehmigung zu besitzen. Darüber hinaus bestand der Verdacht, von diesem Händler verschiedene Waffen gekauft und anschließend nach Deutschland geschmuggelt zu haben.

Die zuständige Staatsanwaltschaft in Darmstadt erwirkte deshalb einen Durchsuchungsbeschluss beim Amtsgericht in Darmstadt. Am Mittwoch, den 18. Januar, durchsuchten die Frankfurter Fahnder die Wohnung des Mannes.

Pia Wiedemann, Leiterin der Frankfurter Zollfahndung, sagte:

Mit dieser unglaublichen Menge Waffen und der bisher größten durch das Zollfahndungsamt Frankfurt/ Main sichergestellten Menge Munition haben wir nicht gerechnet.

Den Waffensammler, der spontan äußerte, er sei froh, dass es nun „vorbei ist“, erwartet ein Strafverfahren wegen Verstoßes gegen das Waffen-, Kriegswaffenkontroll- und Sprengstoffgesetz. Die Strafandrohung reicht von einem Jahr bis zu fünf Jahren Freiheitsstrafe.

Vermutlich wird der Mann zu einer Bewährungsstrafe verurteilt werden.

Die sichergestellten Waffen werden nun durch das Landeskriminalamt „beschossen“, um balistische Untersuchungen vorzunehmen. So soll festgestellt werden, ob diese Waffen im Zusammenhang mit Verbrechen stehen. Falls dem nicht so ist, bleibt es bei den bisherigen Tatvorwürfen. Waffen und Munition, zur Zeit noch Beweismittel, werden nach Abschluss des Verfahrens vernichtet.