Dienstag, 23. Oktober 2018

Wasserzweckverband Badische Bergstraße

Achter Brunnen sprudelt

Weinheim-Hemsbach, 22. Juni 2012. (red/pm) Wasserzweckverband Badische Bergstraße: Neuer Brunnen fördert Trinkwasser. Acht Brunnen sorgen fĂŒr die Trinkwasserversorgung in der Region.

Information der Stadtwerke Weinheim:

„Leise und völlig unspektakulĂ€r hat er seine wichtige Aufgabe ĂŒbernommen: Der achte Trinkwasserbrunnen des Wasserwerks Hemsbach. Er arbeitet jetzt im Verbund mit seinen sieben Kollegen fĂŒr die Trinkwasserversorgung von rund 80.000 Menschen in der Region.

Der neue Brunnen ist nach seiner Fertigstellung Anfang Juni ausgiebig gespĂŒlt worden und hat danach alle PrĂŒfungen und Wasseranalysen nach den Richtlinien der Trinkwasserverordnung ordnungsgemĂ€ĂŸ bestanden.

Seither fördert er rund 230 Kubikmeter bestes Trinkwasser pro Stunde – und das etwa acht Stunden am Tag.

Der Wasserzweckverband Badische Bergstraße (WZV), dem das Wasserwerk Hemsbach gehört, hat mit diesem Brunnen in die Trinkwasservorsorgung investiert: Er hat 300.000 Euro gekostet, sein Bau hat rund acht Monate gedauert – lĂ€nger als geplant.

„Die strengen SpĂ€tfröste haben uns einen Strich durch die Rechnung gemacht“, sagt Peter KrĂ€mer, GeschĂ€ftsfĂŒhrer des WZV. „Alles war gefroren und das Grundwasser stand höher als ĂŒblich.“

Umso mehr freue er sich jetzt ĂŒber die einwandfreie Funktion des Brunnens. „Durch den zusĂ€tzlichen Brunnen sind auch kĂŒnftige Generationen sicher mit ausreichend Trinkwasser versorgt“, ist sich Peter KrĂ€mer sicher. „Sollte irgendwann ein Brunnen ausfallen oder altersbedingt abgeschaltet werden mĂŒssen, ist die Versorgung der BĂŒrger weiterhin garantiert.“

In Vorsorge investiert

Die Filterstrecke des Brunnens befindet sich in einer Tiefe von 59 bis 100 Metern unter der ErdoberflĂ€che. Von dort fördert der neue Brunnen Trinkwasser nach oben in den TagesbehĂ€lter des Wasserwerks. Im Werk wird das Wasser von Eisen und Mangan befreit, bevor es ins Leitungsnetz fließt. Zwischen den Bohrungen der acht Brunnen liegen jeweils rund 150 Meter Luftlinie.

Die acht Brunnen fördern pro Jahr insgesamt rund vier Millionen Kubikmeter Wasser; sie sind wechselseitig im Einsatz, jeder im Durchschnitt etwa acht Stunden pro Tag. „Der achte Brunnen macht den Betrieb der Wasserversorgung langfristig noch sicherer und komfortabler. Wir können problemlos einen fĂŒr lĂ€ngere Wartungs- oder andere Arbeiten aus dem Betriebsverbund nehmen“, erklĂ€rt der GeschĂ€ftsfĂŒhrer.

„Eine sichere Trinkwasserversorgung ist ein hohes Gut. Da muss man verantwortungsbewusst und nachhaltig investieren.“

Seit Jahrhunderten unberĂŒhrt

Die Brunnen des Wasserwerks Hemsbach fördern Wasser, das dort im Untergrund seit 500 bis 800 Jahren gut abgeschirmt ruht. Eine bis zu zehn Meter dicke Tonschicht in 40 Metern Tiefe deckt die Grundwasserschicht, aus der das Trinkwasser stammt, ab. Die Tonschicht verhindert, dass DĂŒnger von den Feldern in das Trinkwasser gelangt.

„Die Nitratwerte unseres Wassers sind sehr niedrig und messtechnisch kaum erfassbar“, meint Wasserwerksleiter Michael Seßler dazu, „wir versorgen unsere BĂŒrgerinnen und BĂŒrger mit bester QualitĂ€t.“

Gut gespĂŒlt in Betrieb

Als der achte Brunnen fertig war, wurde er in das Leitungsnetz im Wasserwerk eingebunden und auch elektrisch angeschlossen. Danach folgten zunĂ€chst umfangreiche SpĂŒlungen und QualitĂ€tskontrollen. „

Mehrere Tage lang wurde das geförderte Wasser in den Graben gespĂŒlt und untersucht. Es muss sicher sein, dass der neue Brunnen selbst keimfrei ist, bevor das Wasser als Trinkwasser verwendet werden darf“, berichtet Michel Seßler. „Wir arbeiten da Hand in Hand mit dem Gesundheitsamt.“

Am 8. Juni wurde der neue Brunnen in die Versorgung eingebunden.

Bestens kontrolliert

„Trinkwasser ist das am besten kontrollierte Lebensmittel in Deutschland“, weiß Michael Seßler. Von der Förderung bis zum Wasserhahn sorgen zahlreiche Kontrollen stets fĂŒr gesunde QualitĂ€t und Frische.

Allein im Wasserwerk nimmt ein geprĂŒftes Fachlabor pro Jahr 50 mikrobiologische und drei physikalisch-chemische Proben – letztere mit 200 verschiedenen Parametern.

Die Werte werden vom Labor jeweils automatisch an das Gesundheitsamt des Rhein-Neckar-Kreises ĂŒbermittelt. „In den vergangenen 40 Jahren war immer alles in Ordnung. Das Trinkwasser unserer Region ist gut geschĂŒtzt.“, sagt Michael Seßler. So musste das Trinkwasser bisher aus mikrobiologischer Sicht noch nie gechlort werden.

Sicher versorgt

Michael Seßler und seine drei Kollegen sind fĂŒr den Betrieb des Wasserwerks Hemsbach des Wasserzweckverbands Badische Bergstraße verantwortlich.

Dazu gehören auch die acht Brunnen. Die Versorgungsleitungen zu den StĂ€dten betreuen die einzelnen Verbandsmitglieder des Wasserzweckverbandes – die Stadtwerke Weinheim, die Stadt Hemsbach und die Gemeinde Laudenbach.

Die Stadtwerke Weinheim versorgen mit Trinkwasser des WZV die Stadt Weinheim, den Zweckverband Gruppenwasserversorgung Eichelberg und die Gemeinde Gorxheimertal. Im Gorxheimertal betreuen die Stadtwerke auch das Leitungsnetz.