Donnerstag, 21. September 2017

22 und 26 Jahre alte MĂ€nner ĂŒberfielen Rewe und Lidl

Raubdelikte aufgeklÀrt

Hemsbach/Laudenbach, 10. Juli 2013. (red/pol) Die Raubdelikte auf die zwei EinkaufsmĂ€rkte am Montag sind aufgeklĂ€rt. Die Staatsanwaltschaft Mannheim erwirkte Haftbefehle gegen einen 22 und einen 26 Jahre alten Mann. [Weiterlesen…]

Gesuchter zuletzt in Hemsbach gesehen

13-jÀhriger Junge wird vermisst

Eberbach/Rhein-Neckar, 07. Juni 2013. (red/pol) Bereits seit dem 23. Mai wird der 13-jĂ€hriger Paul S.vermisst. Er ist von einer Jugendeinrichtung in der Berliner Straße abgĂ€ngig. Nun bittet die Polizei die Bevölkerung um Mitfahndung. [Weiterlesen…]

AktionsbĂŒndnis kĂ€mpft fĂŒr Erhalt der "KAST"

6.000 Unterschriften fĂŒr Erhalt der Kripo vor Ort

Rund 6.000 Unterschriften sind Ausdruck eines starken BĂŒrgerinteresses: Die Kripo soll in Weinheim bleiben.

 

Weinheim/Mannheim/Heidelberg, 12. Juni 2012. (red/pm). Es ist noch nichts entschieden. Noch haben die Menschen in Weinheim und Umgebung die Hoffnung, dass sie weiterhin auf die Kripo vor Ort setzen können – mit deren Erfahrung, ihren Orts- und Personenkenntnissen, dem Wissen um die Besonderheiten und Anforderungen.

Information der Stadt Weinheim:

Wir appellieren an die Politiker, die Stadtverwaltungen und die BĂŒrger, nicht locker zu lassen.

So betonten es Claudia Funke, Doris Rauh und Gernot Sam als Sprecher des AktionsbĂŒndnisses „Pro Kripo Weinheim“.

In Anwesenheit von BĂŒrgermeistern betroffener Kommunen sowie besorgter Vertreter von Hilfs- und Sozialorganisationen ĂŒberreichten sie im Weinheimer Rathaus ein BĂŒndel von fast 6000 Unterschriften an den Leitenden Polizeidirektor Detlef Werner, den Projektleiter der ZusammenfĂŒhrung der Polizeireviere Mannheim und Heidelberg. Im Zusammenhang mit dieser Fusion im Rahmen der Polizeireform in Baden-WĂŒrttemberg geht es unter anderem um die Schließung der Kriminalaußenstellen – beispielsweise in Weinheim.

Werner nahm die Unterschriften gemeinsam mit dem Leitenden Kriminaldirektor Gerhard Regele entgegen. Er hat im aktuellen Fusionsprojekt die Aufgabe, die kĂŒnftige Struktur der Kriminalpolizei im PolizeiprĂ€sidium Mannheim/Heidelberg zu erarbeiten.

In Weinheim hat sich nach Bekanntwerden der PlĂ€ne eine breite Protestbewegung gebildet, die vom AktionsbĂŒndnis „Pro Kripo Weinheim“ angefĂŒhrt wird. „Die Menschen in Weinheim und Umgebung haben gute Erfahrungen mit ihrer Kripo gemacht und haben großes Vertrauen in die Beamten“, fasste es Claudia Funke zusammen. Dieses dĂŒrfe nun nicht aufs Spiel gesetzt werden:

Die Listen wurden uns quasi aus den HĂ€nden gerissen.

In Weinheim sei die Sicherheitslage noch gut – vor allem wegen der Existenz der Außenstelle. Gerade bei Einbruchserien in der letzten Zeit sei gute und bĂŒrgernahe Arbeit geleistet worden.

Allerdings wĂŒrde der Standort nahe Frankfurt und Mannheim schnell kritisch werden, wenn die Kripo vor Ort verschwinden mĂŒsste. Als Bildungsregion und Schulstandort könnte Weinheim schnell zum beliebten Ziel der Drogenszene werden. Dabei mĂŒssten Orts- und Personenkenntnisse als das Kernelement kriminalistischer Arbeit bestehen bleiben, fordern die Vertreter von „Pro Kripo Weinheim“.

Das AktionsbĂŒndnis schĂ€tze die gute Zusammenarbeit der Kripobeamten mit den Schulen und jugendbetreuenden Organisationen, die verhindern, dass eine ausufernde Drogenproblematik entstehe. „Unsere Beamten“, so Claudia Funke, „ist stĂ€ndig in Kontakt mit Opfern, Kleindealern und Kriminellen, um mit einer Mischung aus PrĂ€vention und Repression die Drogenkuriere abzuhalten sich in Weinheim auszubreiten“.

Da auch ein VertrauensverhĂ€ltnis durch die langjĂ€hrigen Kontakte gegeben sei, scheuten sich die Rektoren der hiesigen Schulen auch nicht, die Beamten bei auffĂ€lligen Jugendlichen anzurufen und um unterstĂŒtzende Maßnahmen zu bitten. Die Sprecherin:

Da diese Thematik sehr heikel ist, ist es sehr fraglich, ob solche Anrufe noch stattfinden wĂŒrden, wenn nicht klar ist, welcher Beamte in Heidelberg zustĂ€ndig ist und vielleicht auch stĂ€ndig wechseln wĂŒrde.

Funke, Rauh und Sam verwiesen ebenso auf mehrere Stellungnahmen von Polizeigewerkschaften wie dem Bund Deutscher Kriminalbeamter. Darin wird belegt, dass zu große Polizeieinheiten die erwarteten Synergieeffekte umkehren und zum Beispiel durch lange Anfahrtswege unnötige Kosten entstehen. Doris Rauh:

So ist es letztendlich nur kontraproduktiv, wenn durch ĂŒberlange Fahrtzeiten auch noch der persönliche Kontakt verlorengeht.

Die Vertreter von „Pro Kripo Weinheim“ appellierten an Detlef Werner, diese Argumente zu berĂŒcksichtigen. Sie sehen durchaus noch eine Chance auf ein „Kommissariat Nord“ im Rhein-Neckar-Kreis, auch wohl wissend, dass ihr Engagement vor Ort jetzt schon im Stuttgarter Innenministerium zu neuen Überlegungen und Aspekten gefĂŒhrt hat.

„KriminalitĂ€tsfurcht beeintrĂ€chtigt nicht nur LebensqualitĂ€t, sondern die gesamte wirtschaftliche Situation des Einzelhandels und die Standortwahl bei wirtschaftlichen Innovationen“, so bekrĂ€ftigte Markus Böhm, der Leiter des Weinheimer BĂŒrger- und Ordnungsamtes

SicherheitsgefĂŒhl sei somit als wichtiger Standortfaktor zu werten und diesen gelte es fĂŒr doe Bergstraßenkommunen im Einsatzgebiet der Außenstelle Weinheim auf dem gewohnt hohen Niveau zu sichern. Böhm:

Deshalb setzen wir uns fĂŒr den Verbleib der Kripo in Weinheim ein und danken dem AktionsbĂŒndnis fĂŒr deren engagierte UnterstĂŒtzung bei diesen BemĂŒhungen.“

Ermittlungserfolg: Mutmaßliche Bande aus Viernheim inhaftiert

Dingfest: FĂŒnf Haftbefehle und Festnahmen nach RaubĂŒberfall

 

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In der NĂ€he des Ortes, an dem ein mutmaßlicher TĂ€ter festgenommen worden ist, stellte die Polizei Beweise sicher.

 

Weinheim/Viernheim/Rhein-Neckar, 28. April 2012. (red) Nach einem RaubĂŒberfall auf eine Spielhalle hat die Polizei fĂŒnf TatverdĂ€chtige aus Viernheim festgenommen. Die Staatsanwaltschaft Mannheim erwirkte Haftbefehle – drei der Viernheimer Jugendlichen zwischen 17 und 18 Jahren sind gestĂ€ndig. Die Tatwaffe ist eine Signalpistole. Die mutmaßlichen RĂ€uber sind allesamt polizeilich „bekannt“ – einer hatte erst am Mittwoch eine elektronische Fußfessel entfernt bekommen, die er als gerichtliche Auflage nach einer Verurteilung wegen Raubes hatte tragen mĂŒssen.

Von Hardy Prothmann

Ein schneller Ermittlungserfolg der Kriminalpolizei Weinheim: Nur zwei Tage nach einem RaubĂŒberfall auf eine Spielhalle in der Innenstadt haben die Ermittler der Kriminalpolizei die vier mutmaßlichen TĂ€ter und einen weiteren jungen Mann verhaften können, der an der Vorbereitung beteiligt gewesen sein soll.

Bei den fĂŒnf jungen MĂ€nnern handelt es sich um „schwere Jungs“. Einige sind schon dutzendfach durch Raub unter Verwendung von Waffen „aufgefallen“. Aufgrund der Schwere der kriminiellen „Karrieren“ sind die MĂ€nner in unterschiedlichen Justizvollzugsanstalten verbracht worden, weil Verdunkelungsgefahr besteht.

Die MĂ€nner haben unterschiedliche NationalitĂ€ten, deutsche und auslĂ€ndische Staatsangehörigkeiten und vermutlich sozial und familiĂ€r eine „schwere Vergangenheit“, wie uns aus Ermittlerkreisen gesagt worden ist:

Die Prognosen sind nicht gut.

Die Ermittlungen sollen zu weiteren RaubĂŒberfĂ€llen ausgedehnt werden – im sĂŒdhessischen Raum gab es in der jĂŒngeren Vergangenheit mehrere bewaffnete RaubĂŒberfĂ€lle auf Gastronomien und Spielhallen. Möglicherweise steckt das Quintett dahinter. Ob das so ist, ist aber noch völlig unklar, da die Ermittlungsarbeit erst begonnen hat. Auch, ob sich weitere VerdĂ€chtige finden werden, ob eine schwerkriminelle Bandenstruktur vorliegt.

Klar ist, dass die Polizei hervorragend gearbeitet hat. Die Großfahndung der Schutzpolizei vor Ort zusammen mit den Ermittlern der Kriminalpolizei hat den schnellen Erfolg möglich gemacht. Durch die Auswertung der Videoaufnahmen durch die Kripo waren schnell TĂ€terbeschreibungen vorhanden, woraufhin einer der TatverdĂ€chtigen kurz nach dem RaubĂŒberfall von der Schutzpolizei festgenommen werden konnte. Der Mann legte noch in der Nacht ein umfangreiches GestĂ€ndnis ab. Am Festnahmeort wurden Sturmhauben, ein Rucksack und ein Teil der Beute sichergestellt. (Wir haben exklusiv berichtet.)

Am Donnerstag und Freitag konnte die Polizei weitere vier VerdÀchtige festnehmen, darunter einen Mann, der erst am Mittwoch eine gerichtlich angeordnete elektronische Fussfessel entfernt bekommen hatte, nachdem er wegen Raubes verurteilt worden war.

Die Ermittler handen heraus, dass die Bande zuĂ€chst ein JuweliergeschĂ€ft ĂŒberfallen wollte – das aber hatte um 21 Uhr schon geschlossen. Nachdem dieser „Plan“ nicht aufging, suchte man sich ein anderes Ziel. Der Wille, einen Überall zu begehen, war eindeutig.

Mittlerweile hat auch ein zweiter TatverdĂ€chtiger „umfangreiche Angaben zur Sache“ gemacht hat.

Der Ermittlungserfolg wird sicher angesichts der anstehenden Polizeireform auch in der Bevölkerung fĂŒr Diskussionen sorgen. Denn die Kripo-Außenstelle (KAST) in Weinheim soll aufgelöst werden. Ist in Zukunft mit einer vergleichbar sehr guten Polizeiarbeit zu rechnen?

In diesem Fall konnten Ermittler aus Heidelberg ĂŒber die freie A5 rasen und den Tatort innerhalb kurzer Zeit gegen 21:30 Uhr erreichen – im Berufsverkehr hĂ€tte man sich mit Blaulicht durch zĂ€hen Verkehr oder Stau quĂ€len mĂŒssen. Ein vergleichbar schneller Fahndungserfolg wĂ€re damit fraglich geworden.

 

 

Polizeireform: BĂŒrgerinitiative macht Druck

Offener Brief des AktionsbĂŒndnis Pro Kripo Weinheim an Gerhard Kleinböck

Weinheim/Rhein-Neckar, 13. März 2012. Die Bürgerinitiative „Pro Kripo Weinheim“ macht Druck. In einem offen Brief an den SPD-Landtagsabgeordneten Gerhard Kleinböck werden detailliert Bedenken aufgeführt. Auch der Grüne Hans-Ulrich Sckerl und das Innenministerium sind Adressaten des „Brandbriefs“. In Ladenburg gründet sich ebenfalls eine Initiative – die Bürger kämpfen für ihre Kriminalpolizei in ihrer Region. Sie wollen eine Vor-Ort-Lösung, keine Tischplanung. Das Bündnis sucht den Kontakt zu allen Bürgerinnen und Bürger, die sich für eine „Kripo vor Ort“ einsetzen wollen.

Offener Brief der Bürgerinitiative „Pro Kripo Weinheim“:

„Sehr geehrter Herr Kleinböck,

wir wenden uns heute im Namen des Aktionsbündnisses „Pro Kripo Weinheim“ an Sie, mit der Bitte sich für den Erhalt der Kripo-Außenstelle in Weinheim (und für alle anderen im Rhein-Neckar-Raum) einzusetzen.

Wir haben Ihre gemeinsame Stellungnahme mit Herrn Sckerl und die Stellungnahmen vom Innenministerium genau gelesen und diskutiert.

Sie haben aber unsere Bedenken und Argumente nicht entkräftigen können.

Fakt ist, dass die bestehende Struktur absolut effizient und schlagkräftig war und ist! Auch der Pressesprecher der Polizeidirektion HD hat uns versichert, dass vor den Reformplänen nie eine Kritik an der Leistungsstärke oder Professionalität der Kripo-Außenstelle geäußert wurde.

Es gibt bestimmt Regionen in BW, wo eine Zusammenlegung der Außenstellen und Polizeidirektionen zu einem
schlagkräftigen Polizeipräsidium nötig ist. Aber in unserer Region mit zwei großen Städten, der räumlichen Nähe zu Frankfurt ( mit einem schon durch den Flughafen bedingtem Drogenumschlagplatz, der Einflugschneise zwischen Frankfurt und Mannheim und dadurch erhöhter Kriminalität), exisitiert schon seit Jahren eine schlagkräftige Struktur!

Sie könnte nur noch durch Personalaufstockung der einzelnen Dienststellen (auch in Weinheim sind sowohl Kripo als auch Schutzpolizei chronisch unterbesetzt) schlagkräftiger werden!

Es ist schon fast höhnisch, wenn der Pressesprecher des Innenministeriums, A. Schanz, die Größe der Außenstelle Weinheim ( <10 Beamte) als Argument heranzieht, um diese Außenstelle zu schließen.

Sukzessiv wurde in den letzten Jahren aus Spargründen und wegen fehlender Stellen in Heidelberg der Personalstand reduziert. Aber die Arbeit wurde nicht weniger eher noch mehr, das zeigt sich z.B. auch an den Überstunden (teilweise über 160) der Beamten und Angestellten.

Wir haben viele Eltern, die sich im Aktionsbündnis engagieren und die begründete Befürchtung haben, dass Weinheim zu einem zweitem Viernheim wird.

Denn gerade im Drogenbereich und derJugendkriminalität ist die Präsenz der Beamten und auch die Repression eine der besten Präventionsmaßnahmen überhaupt.

Sie kennen unsere Argumente bzgl. der Orts- und Personenkenntnisse ja wahrscheinlich schon aus der Presse. Aber wir möchten noch einmal betonen, wie bedeutsam dieses Argument ist! Diese Kenntnisse machen den Großteil der Ermittlungserfolge aus.

Wenn die Beamten in Mannheim sitzen, kann man sich genau vorstellen was in den nächsten Jahren passieren wird.

Bedingt durch Personalausfall (Urlaub, Rente, Krankheit) werden „unsere“ Beamten in immer größerem Maße andere Bereiche/Orte mitbetreuen müssen und verlieren ihren Bezug zu Weinheim.

Die zwanglosen Gepräche mit den Bürgern, Ämtern, Bürgermeistern, Jugendleitern der Vereine, mit den Rektoren der Weinheimer Schulen, den Streetworkern und last not least mit den Jugendlichen auf der Straße, werden nicht mehr in der Häufigkeit und erfolgreichen Weise stattfinden können.

„Unsere“ Beamten sind Weinheimer, d.h. sie kennen diese Bezugspersonen auch aus einem persönlichem Umfeld heraus und daher können solche Gespräche „zwanglos“ stattfinden. Und das wird verloren gehen. Mal davon abgesehen, dass Sie auch Ihre „Pappenheimer“ kennen und schon oft am Tatort merken, welche Handschrift dieses Verbrechen trägt.

Dies kann auch nicht durch eine noch so gut funktionierende Schutzpolizei, die durch die Reform sowieso kaum Stärkung erfährt, kompensiert werden.

Auch eine angeblich hochspezialisierter Kriminaldauerdienst, der in Mannheim und Heidelberg bereits seit Jahren
vorhanden ist, konnte und kann dies nicht leisten.

Die Kriminal-Außenstellen sind wichtig, sonst wären sie ja auch nicht gegründet worden. Man kann der CDU-Landesregierung bestimmt nicht vorwerfen, dass sie das Geld mit vollen Händen während ihrer Legislaturperiode in die Polizei/Kripo gesteckt hat.

Da gab es Gründe, die Handeln erforderten.

Und das war z.B. ein erhöhter Anstieg der Kriminalität in unserer Region. Wir leben hier in einem Ballungsgebiet und haben die entsprechenden Probleme auch bei uns in den Kleinstädten.

Unsere Beamten in Weinheim sind für die Sicherheit von 80.000 Einwohnern zuständig und betreuen ein Gebiet von Laudenbach bis Schriesheim. Wie soll solch ein Gebiet ohne Kripo-Außensstellen effizient betreut werden?

Mal abgesehen davon, das die Fahrzeit nach Mannheim im Berufsverkehr mind. 30 Min. beträgt.

Sollen Kinder, die Opfer eines sexuellen Missbrauchs geworden sind, erst nach Mannheim gefahren werden oder 30 Min. in der Wache sitzen und auf eine ausgebildete Kripobeamtin warten?

Sollen Rentner, die Opfer eines Betrugs geworden sind und als Zeugen befragt werden, zukünftig nach Mannheim oder Heidelberg fahren müssen?

Das kann doch auch nicht in Ihrem Sinne sein.

Daher appellieren wir an Sie, sich für den Erhalt der Kripo-Außenstellen in der Region einzusetzen.

Wir können uns nicht vorstellen, dass eine differenzierte Betrachtung der Gegebenheiten in Baden-Württemberg nicht auch zu unterschiedlichen Strukturierungen in den einzelnen Regionen führt.

Da wir Regionen wie die Schwäbische Alb, Bodensee oder die Rhein-Neckar-Region nicht über einen Kamm scheren können, sollte auch eine Polizeireform den unterschiedlichen Bedürfnissen im Detail gerecht werden.

Mit freundlichen Grüßen im Namen des Aktionsbündnisses
Claudia Funke, Gernot Sam und Doris Rauh“

BĂŒrgerinitiative fordert Erhalt der Kripo-Außenstellen

Cladia Funke und Gernot Sam wollen fĂŒr den Erhalt der KAst kĂ€mpfen.

Weinheim/Rhein-Neckar, 07. MĂ€rz 2012. Sie sind noch nicht viele – hoffen aber bald viele zu sein. In Weinheim hat sich eine BĂŒrgerinitiative „Pro Kripo Weinheim“ gebildet, die fĂŒr den Erhalt der kriminalpolizeilichen Außenstellen (KAst) kĂ€mpfen will. In verschiedenen Weinheimer GeschĂ€ften liegen Unterschriftslisten bereit. Die Initiative sucht Kontakt zu BĂŒrgern in anderen Gemeinden, um gemeinsam auftreten zu können.

FĂŒr Claudia Funke und Gernot Sam, zwei der Initiatoren ist die Sache klar: Sie sind definitiv gegen eine Schließung der KAst in Weinheim.

Wir brauchen die Beamten, die sich vor Ort auskennen. Alles andere verschlechtert die wichtige Arbeit der Beamten.

Ein Dutzend BĂŒrgerinnen und BĂŒrger haben sich am Montagabend im Restaurant „Beim Alex“ zusammengefunden, um auch die Presse ĂŒber ihr Vorhaben zu informieren.

Zum PflĂ€nzltag planen sie einen Info-Stand und werben Unterschriften gegen die geplanen Schließungen ein.

Zu lokalen Politikern haben sie schon Kontakt aufgenommen und Frau Funke Ă€ußert sich kritisch:

Herr Sckerl schien mir nicht gut informiert zu sein.

Nach ihrer Auffassung hat der Landtagsabgeordnete der GrĂŒnen eine eher positive Haltung zur Reform.

Kontakte zur Polizei sind nicht möglich:

Die haben einen Maulkorb verpasst bekommen und dĂŒrfen sich nicht Ă€ußern.

Gernot Sam bringt das Ergebnis der Schließung so zum Ausdruck:

Man nimmt uns die Schutzfunktion und wenn die mal weg ist, kommt sie nicht wieder.

Die BĂŒrgerinnen und BĂŒrger sind nicht grundsĂ€tzlich gegen die Reform, sagen, dass sie sich nicht anmaßen, die Sinnhaftigkeit insgesamt in Frage zu stellen:

Aber wir Ă€ußern unsere Sorgen. Auch, weil die bisherige Kommunikation uns diese nicht genommen hat.

Auch der Kinderschutzbund und die Suchtberatung unterstĂŒtzen das Anliegen. Bis zum 26. MĂ€rz will man Unterschriften sammeln und diese an Innenminister Gall senden. Ein ambitioniertes Unterfangen, denn die Zeit drĂ€ngt: Um Ostern sollen die Details der Polizeireform verkĂŒndet werden. Und ist das der Fall, dĂŒrften die Entscheidungen gefallen sein.

Im Internet hat die Initiative ein Blog gestartet, ĂŒber das man Kontakt aufnehmen kann: ProKripoWeinheim.wordpress.com.

Ein Dutzend BĂŒrger machen in Weinheim den Anfang.

Dokumentation der Position der BĂŒrgerinitiative Pro Kripo Weinheim:

„Die vom baden-wĂŒrttembergischen Innenminister Gall vorgesehene Polizei-Struktur-Reform soll zu einer Kompensierung von 1.000 fehlenden Stellen (speziell im Bereich Cyber- und WirtschaftskriminalitĂ€t) bei gleichbleibendem PersonalschlĂŒssel fĂŒhren. Durch den Wegfall von FĂŒhrungsebenen im unteren Bereich sollen zusĂ€tzliche KrĂ€fte fĂŒr den “Dienst auf der Strasse” frei werden. Versprochen wird zudem eine Aufstockung der Polizeireviere (Schutzpolizei) durch jeweils zwei Beamte, die fĂŒr eine erhöhte Sicherheit der Bevölkerung sorgen soll.

Tatsache ist jedoch, dass schon heute fast alle Reviere unterbesetzt sind und auch die Kripo-Außenstellen wurden schon unter der letzten Landesregierung massiv zusammengekĂŒrzt. Wir bezweifeln, dass durch ein Zusammenziehen der KrĂ€fte nach Mannheim oder Heidelberg (PolizeiprĂ€sidium Kurpfalz) und der Einrichtung eines Kripo-Dauerdienstes, die bisherige hohe AufklĂ€rungsrate im Bereich der Drogendelikten, SerieneinbrĂŒche und Kapitalverbrechen weiterhin aufrecht gehalten werden. Die letzte Kriminalstatistik spricht BĂ€nde: die 39 Kripobeamten (und 11 Angestellte) der Außenstellen Weinheim, Schwetzingen, Sinsheim, Walldorf und Wiesloch lösten 50% aller Straftaten im Gebiet der Polizeidirektion Heidelberg. Und das mit einer Personalqoute von 20%. Das zeigt unserer Meinung nach sehr deutlich, die hohe Effizienz und ArbeitsqualitĂ€t der bestehenden Kripo-Aussenstellen.

Diese sollten verstÀrkt anstatt ohne eine zwingende Notwendigkeit zerstört werden.

Desweiteren werden durch die Schliessung der Aussenstelle bisherige Synergieeffekte, die aus der rÀumlichen NÀhe zur Schutzpolizei entstehen, nicht mehr möglich sein. Jede Unternehmensberatung weist immer wieder darauf hin wie wertvoll die Kaffeepausen in einem Betrieb sind. Viele wichtige Informationen werden oft beim zwanglosen GesprÀch auf dem Flur oder im Pausenraum ausgetauscht, so auch in den Revieren. Die Kollegen von Schutzpolizei und Kripo arbeiten Hand in Hand und bilden oft genug Einsatzgruppen, um gemeinsam einen StraftÀter zu ermitteln.

Unserer Meinung nach ist es ein großer Unterschied ob Kripobeamte (die alle in Weinheim und naher Umgebung wohnen) vor Ort sind und somit örtliche Gegebenheiten und Personen kennen oder ein Team beispielsweise aus Heidelberg anreisen muss und ohne die nötigen Ortskenntnisse die Ermittlungen durchfĂŒhren muss. Mal davon abgesehen, dass gerade im Bereich der Jugend- und DrogenkriminalitĂ€t eine besondere Vertrauensbeziehung bestehen muss, damit auch fĂŒr die Strafvereitlung benötigte Hinweise aus der Szene gegeben werden.

Zudem ist uns unklar wie mit einem Personalstand von ĂŒber 50% von ĂŒber 50jĂ€hrigen ein Kriminal-Daeuerdienst ausgebaut werden soll. Über 50jĂ€hrige sind vom Schichtdienst befreit!

Wahrscheinlich werde in Zukunft mehr Straftaten in den GroßstĂ€dten anfallen, die mit zentralen PolizeiprĂ€sdien besser bekĂ€mpft werden können. Bei gleichzeitig begangenen Straftaten und Unterbesetzung des Dauerdienstes werden zur Zeit die Kripobeamten der Aussenstellen hinzugeholt. Dies wird dann wegfallen und die FlĂ€che wird unter den Tisch fallen.“

Die Menschen vor Ort verstehen Ihre VerÀnderungsplÀne nicht.

Rhein-Neckar, 05. März 2012. (red) In einem gemeinsamen Schreiben wenden sich die Oberbürgermeister von Eberbach, Weinheim, Sinsheim, Schwetzingen und Wiesloch an Innenminister Reinhold Gall (SPD). Sie kritisieren die geplante Polizeirefom und folgern: „Der Image- und Vertrauensverlust gegenüber der Polizei wäre immens.“

Von Hardy Prothmann

Das gemeinsame Schreiben hat es in sich:

Die engagierte und dennoch von Sachlichkeit geprägte Bürgerdiskussion, sollte Sie hellhörig machen.

Die Oberbürgermeister Bernhard Martin (Eberbach), Heiner Berhard (Weinheim), Rolf Geinert (Sinsheim), Dr. René Pöltl (Schwetzingen) und Franz Schaidhammer (Wiesloch) lassen in ihrem Protestbrief, der der Redaktion vorliegt, keinen Zweifel an Ihrem Unmut und dem der Bürgerinnen und Bürger:

Ihre Pläne, die Kriminalaußenstellen aufzulösen, sind aus unserer Sicht nicht nachvollziehbar und widersprechen dem Prinzip einer effizienten und bürgernahen Polizeiarbeit.

Nach Auffassung der Oberbürgermeister „sorgen die Beamtinnen und Beamten in den Außenstellen seit Jahren dafür, dass die Kriminalpolizei vor Ort von den Bürgerinnen und Bürgern als wirksame Einheit wahrgenommen wird.“

Daraus ergebe sich ein Sicherheitsgefühl, das nun auf einen Schlag zerstört würde:

Der Image- und Vertrauensverlust gegenüber der Polizei wäre immens.

Die Verwaltungschefs weisen auf zahlreiche Bürgerinitiativen und Interessensverbände hin, die vor Ort für ihre Kripo kämpfen. Gerade aus Blick von Eltern und ihren Kindern habe die Sicherheitslage eine besondere Bedeutung:

Die Beamtinnen und Beamten waren in den letzten Jahren gerade im schulischen Umfeld zu wichtigen Vertrauensleuten geworden.

Die erfolgreiche Polizeiarbeit funktioniere nur mit überschaubaren Einheiten vor Ort, mit fundierter Personen- und Ortskenntnis.

Warum sollen diese Errungenschaften, diese mit Fleiß und Sachverstand erarbeitete Grundlage erfolgreicher Polizeiarbeit nicht weiterhin genutzt werden? Wir sehen darin keinen Sinn.

Insbesondere bei Betäubungsmitteldelikten sei die Arbeit der Kriminalpolizei vor Ort unerlässlich.

Bürgerinnen und Bürger haben ein Recht darauf, dass es auch weiterhin vor Ort schlagkräftige und effiziente kriminalpolizeiliche Einheiten gibt.

Die kriminellen Handlungen fänden immer noch vor Ort, auf der Straße und an den Haustüren statt:

Die Straftaten zentralisieren sich nicht.

Hintergrund: Die Polizeidirektionen und -präsidien im Land sollen von 37 auf 12 reduziert werden. Damit einhergehend werden viele Außenstellen aufgelöst. Natürlich ist der Grund vor allem, Kosten einzusparen. Dem stellen sich die Polizeibeamten, befürchten aber einen Qualitätsverlust und vor allem Ineffizienz der Arbeit, was unterm Strick erst Geld einsparen, dann aber viel Geld verschwenden würde.

Bis Ostern sollen die Einzelheiten der Reform benannt werden.