Mittwoch, 22. November 2017

Das LTE-Netz hat noch Löcher

Rhein-Neckar, 21. MĂ€rz 2014. (red/ld) Das lange Warten auf die neuesten Nachrichten oder Informationen hat dank LTE-Technik (Long Time Evolution) ein Ende. Über diesen Verbindungsstandard sind Downloadgeschwindigkeiten von bis zu 300 Megabit/Sekunde möglich. In unserem Berichtsgebiet ist die Technik schon weit verbreitet. Aber es gibt noch Löcher. [Weiterlesen…]

Tipps der Polizei

WohnungseinbrĂŒche angestiegen

Richtig vor Einbruch schĂŒtzen – aber wie? Foto: Polizei

 

Heidelberg/Rhein-Neckar-Kreis, 05. November 2012. (red/pol) Tatort Laudenbach: Der Einbrecher kam in der Nacht von Montag auf Dienstag (03./04.12.), er öffnete die nur zugezogene – nicht verschlossene – HauseingangstĂŒre einer Erdgeschosswohnung in der Friedrich-Ebert-Straße. Aus dem Schlafzimmer, in dem der GeschĂ€digte schlief, entwendete der Einbrecher ein Smartphone, im Wohnbereich ließ der TĂ€ter Bargeld, ein Laptop sowie zwei EC-Karten mitgehen, der Diebstahlsschaden belĂ€uft sich auf ca. 1.000 €.

Information der Polizeidirektion Heidelberg:

„Vermutlich der gleiche TĂ€ter drang in der gleichen Nacht in ein weiteres Haus im SĂŒdring ein. Auch hier war die EingangstĂŒre nur zugezogen und die Anwohner schliefen. Hier entwendete der Dieb unter anderem auch eine EC-Karte, wobei ihm zudem noch die Geheimnummer in die HĂ€nde fiel. An einem Geldausgabeautomaten der Volksbank SĂŒdhessen in der Bahnhofstraße hob er damit am Dienstagmorgen um 4.15 Uhr Bargeld ab. Seit August dieses Jahres wurden in Hemsbach (5 FĂ€lle) und Laudenbach (6 FĂ€lle) immer wieder unverschlossene HaustĂŒren geöffnet und in die HĂ€user eingebrochen. Zeugen, die verdĂ€chtige Beobachtungen gemacht haben, werden gebeten, sich unter Telefon 06201/1003-0 bei der Polizei in Weinheim zu melden.

WohnungseinbrĂŒche 2011

Seit Beginn dieses Jahres hat die Polizei im Stadtgebiet Heidelberg und im Rhein-Neckar-Kreis insgesamt 542 EinbrĂŒche registriert. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es noch 444 EinbrĂŒche. Schwerpunkte bildeten dabei das Stadtgebiet Heidelberg mit 190 FĂ€llen sowie im Rhein-Neckar-Kreis vor allem die Bereiche rund um Wiesloch (89 FĂ€lle) und Weinheim (92 FĂ€lle).

Ein Einbruch in Haus oder Wohnung ist fĂŒr Betroffene ein unerwarteter Schock: Die Verletzung der PrivatsphĂ€re, das verloren gegangene SicherheitsgefĂŒhl oder andere schwer wiegende psychische Folgen, die nach einem Einbruch auftreten können, machen ihnen dabei oft mehr zu schaffen als der rein materielle Schaden. Dass man sich davor schĂŒtzen kann, zeigt die Erfahrung der Polizei: Ein großer Anteil der EinbrĂŒche bleibt im Versuch stecken, nicht zuletzt wegen sicherungstechnischer Einrichtungen. Aber auch richtiges Verhalten und aufmerksame Nachbarn können EinbrĂŒche verhindern helfen.

Einbrecher kommen zu jeder Tageszeit, oft auch tagsĂŒber, wenn ĂŒblicherweise niemand zu Hause ist, zur Schul-, Arbeits- und Einkaufszeit, am frĂŒhen Abend, in der dunklen Jahreszeit auch schon bei einsetzender DĂ€mmerung, nachts oder an Wochenenden. Dabei werden etliche EinbrĂŒche in WohnrĂ€ume durch Leichtsinn und Sorglosigkeit der Bewohnerinnen und Bewohner ermöglicht oder erleichtert: Da wird die Wohnungs- oder HaustĂŒr nur ins Schloss gezogen und nicht abgeschlossen, da bleiben beim Verlassen Fenster, Balkon- oder TerrassentĂŒren auch in von außen erreichbarer Lage in LĂŒftungsstellung offen!

Einbruchschutz bringen in erster Linie ein sicherheitsbewusstes Verhalten und sinnvoll aufeinander abgestimmte, solide mechanische Sicherungen. Sie stehen beim Schutz vor Einbruch an erster Stelle und bieten dem Einbrecher Widerstand.

Alarmanlagen (Einbruchmeldeanlagen) verhindern keinen Einbruch, sondern melden ihn nur – sie können mechanische Sicherungen nur ergĂ€nzen, nicht ersetzen. Allerdings erhöhen sie das Entdeckungsrisiko fĂŒr Einbrecher und bieten dadurch zusĂ€tzlichen Schutz. Daneben sollte eine solche Einbruchmeldeanlage auch die Möglichkeit eines Überfallalarms bieten.

Tipps

TĂŒren auch bei nur kurzzeitigem Verlassen von Haus oder Wohnung nicht bloß ins Schloss ziehen, sondern immer verschließen.

  • Nach jedem SchlĂŒsselverlust umgehend den Schließzylinder auswechseln Fenster, Balkon- und TerrassentĂŒren auch bei kurzer Abwesenheit verschließen
  • Vorsicht: Gekippte Fenster sind von Einbrechern leicht ganz zu öffnen, und in der Regel erlischt bei gekippten Fenstern auch der Versicherungsschutz.RolllĂ€den nur zur Nachtzeit geschlossen halten, um nicht tagsĂŒber Abwesenheit zu signalisieren.
  • Bei lĂ€ngerer Abwesenheit Hinweise auf Leerstand vermeiden, z. B. ungeleerter Briefkasten, stĂ€ndig heruntergelassene RolllĂ€den oder zugezogene VorhĂ€nge, Mitteilung auf dem Anrufbeantworter
  • Wohnung oder Haus durch Verwandte, Bekannte oder Nachbarn bewohnen oder bewohnt erscheinen lassen (z.B.: Briefkasten leeren, RolllĂ€den, VorhĂ€nge, Beleuchtung, Radio und Fernseher unregelmĂ€ĂŸig betĂ€tigen).
  • Über Einsatz von Zeitschaltuhren fĂŒr RolllĂ€den, Beleuchtung, Radio etc. Nachbarn informieren.
  • In MehrfamilienhĂ€usern die HauseingangstĂŒr auch tagsĂŒber geschlossen halten, vor dem DrĂŒcken des TĂŒröffners prĂŒfen, wer ins Haus will.
  • Auf Fremde im Haus oder auf dem NachbargrundstĂŒck achten, solche Personen ansprechen; evtl. auch Kfz-Kennzeichen notieren.
  • In MehrfamilienhĂ€usern stets Keller und BodentĂŒren verschließen –das ist auch meist eine Pflicht aus dem Mietvertrag.
  • Einbrecher wollen nicht entdeckt werden und vermeiden nach Möglichkeit jede Konfrontation. Wer einen Einbrecher bemerkt, sollte sich ihm keinesfalls entgegenstellen. Nicht den „Helden“ spielen, sondern stattdessen sofort die Polizei verstĂ€ndigen.
  • Die Polizei kann nicht ĂŒberall sein, um Straftaten zu verhindern. Doch fast immer gibt es Nachbarn, die einander helfen können: Nach den Erfahrungen der Polizei trĂ€gt Nachbarschaftshilfe entscheidend zur Verhinderung von EinbrĂŒchen bei.
  • Bei verdĂ€chtigen Beobachtungen sofort – auch ĂŒber die Notrufnummer 110 – die Polizei verstĂ€ndigen.

Die Kriminalpolizei schon seit Jahren sehr erfolgreich kostenlose Beratungen an, wie man sein Haus oder die Wohnung gegen Einbrecher am Besten schĂŒtzen kann. Die speziell geschulten Beamten kommen auf Terminvereinbarung (Tel. 06221/991234) auch vor Ort.“

 

Alice und ihre Welt - Kolumne von Gesina StÀrz

Mein Smartphone und ich gehen einen Kaffee trinken

Ist ein Smartphone ein guter Ersatz fĂŒr einen

Rhein-Neckar, 04. Juni 2012. Ist ein Smartphone ein guter Ersatz fĂŒr einen „echten“ Begleiter? Geht der Trend zum Secondhand-Leben? DarĂŒber macht sich Gesina so ihre Gedanken.

Gerhard Polt wurde vor kurzem 70 Jahre alt. Er wird halt Ă€lter, wie er selbst sagt, was keineswegs mit dem Wort „alt“ und seiner Bedeutung zu verwechseln ist. Denn alt ist, wer nicht mehr aktiv am Leben teilnimmt, vorm Fernseher herumhĂ€ngt und das Leben aus zweiter Hand aus den Medien erfĂ€hrt.

Nach der Definition können auch junge Menschen als alt bezeichnet werden, so sagt es der am Schliersee lebende Kabarettist. Und nach seinen Beobachtungen gibt es darĂŒber hinaus einen Trend zum Secondhand-Leben.

Heute tauschen sich die Menschen sehr hĂ€ufig ĂŒber das aus, was sie vermittelt durch Medien erlebt haben: also im Fernsehen gesehen, im Internet entdeckt oder in den Zeitungen gelesen. Ja, so ist das. Und das ist noch nicht alles.

Real oder virtuell?

Wir Menschen sind uns dank der Medien so nah und dabei gleichzeitig so fern, dass man meinen könnte, ein und derselbe Mensch wandere zwischen Parallelwelten hin und her, und nur gelegentlich befinden wir uns in der Welt, die wir real nennen, in der es GerĂŒche gibt, etwas zu essen und das natĂŒrliche BedĂŒrfnisse, das Gegessene in verarbeiteter Form wieder loszuwerden.

Ach ja, das Atmen nicht zu vergessen, und das Trinken. Einen Cappuccino zum Beispiel oder einen Latte Macchiato. Das geht nur real, nicht virtuell, aber natĂŒrlich mit virtueller Begleitung. WĂ€hrend ich dies schreibe, sitze ich in einem CafĂ© in Mannheim und mir gegenĂŒber an einem Tisch eine junge Frau, vielleicht Anfang 20, die Konturen um die Augen schwarz nachgezogen, die Haut blass, der Blick gelangweilt, vor einer Jumbotasse Milchkaffee.

Es ist ĂŒbrigens ein CafĂ© mit einem wunderbaren Blick auf den Rhein. Sitzt man in erster Reihe, dann ist man dem Wasser so nah, dass man das GefĂŒhl hat, man gleite knapp ĂŒber der WasseroberflĂ€che dahin.

Begleiter, die nicht da sind – eigentlich

ZurĂŒck zur jungen Frau. Sie sitzt zwar allein am Tisch, aber sie ist dennoch nicht allein. Neben der Jumbotasse Milchkaffee liegt ihr virtueller Begleiter, ein Smartphone. Gelegentlich gibt ihr virtueller Begleiter Töne von sich, dann liest sie von seinem Display etwas ab, lĂ€chelt, tippt auf ihm herum und nimmt einen Schluck Kaffee.

Manchmal spricht sie in ihren virtuellen Begleiter hinein, gibt ihre Position durch, fragt nach seiner Position, erklĂ€rt, dass sie nichts macht und auch noch nicht weiß, was sie spĂ€ter machen wird. Dann legt sie auf und surft offensichtlich via Smartphone im Internet. Vielleicht brauchte sie neue Erlebnisse, neue Informationen, neue Nachrichten aus der virtuellen Welt, um etwas zum ErzĂ€hlen zu haben.

Vielleicht waren es KaffeehausgÀste wie diese junge Frau und ihre virtuellen Begleiter, die Gerhard Polt beobachtete und die ihn zu seiner Secondhand-Erlebnisweltthese brachten.

GehirnkapazitÀt outsourcen

Aber nicht nur Kabarettisten machen sich Gedanken ĂŒber die Auswirkungen der medialen Welt auf unser Leben, auch Philosophen. David Chalmers, einer der bedeutendsten Philosophen unserer Zeit, kauft sich nicht einfach nur ein iPhone, er denkt auch ĂŒber ein solches nach.

Ebenso Andy Clark, auch Philosoph. Ihre Thesen lauten: Wir erweitern unseren Geist, das Mentale ist ĂŒberall in der Welt. In Google zum Beispiel und in anderen Suchmaschinen zu denen wir via Hardware Zugang haben. Unsere Gehirne outsourcen sozusagen GedĂ€chtnisfunktionen und haben dann freie KapazitĂ€ten fĂŒr andere Leistungen.

Offensichtlich ist uns das noch gar nicht bewusst. Wir stecken in den Kinderschuhen großer Entwicklungen. Wir haben die Möglichkeit, kognitive Leistungen zu outsourcen. Damit erschließen sich freie GeisteskapazitĂ€ten. Ist das nicht so, als wĂŒrden sich uns völlig neue Ressourcen erschließen, wie einst zu Beginn der Industrialisierung die Rohstoffvorkommen unserer Erde?

Jetzt haben wir Unmengen von freien DenkkapazitĂ€ten zur VerfĂŒgung. Nur, wozu nutzen wir diese? Sollten nicht schon unsere Kinder in KindergĂ€rten und Schulen darauf vorbereitet werden?

Die junge Frau mir gegenĂŒber schließt Kopfhörer an ihr Smartphone an und stöpselt sie ins Ohr. Sie hört vermutlich Musik. Ich studiere ihren Gesichtsausdruck in der Hoffnung, herauszufinden, was sie hört. Sie ist blass und schaut ein wenig gelangweilt – alles unverĂ€ndert. Vielleicht sollte ich sie anrufen oder ihr eine SMS schicken?